Stellen Sie sich mal für einen Moment vor, Ihr Nachbar wäre ein ganz übler Halunke. So eine Art Fritzl, der – lassen Sie es mich diplomatisch formulieren – ziemlich eigenwillige Vorstellungen davon hat, wie er seine Rolle als Familienoberhaupt umsetzt. Im Hauptberuf wäre dieser Mann Auftragsmörder, Kredithai oder Spekulant. Also jemand, dem Sie allerhöchstens gegenübertreten würden, um ihm Handschellen anzulegen.
Ließen Sie sich von dieser Gestalt zu einer Gartenparty einladen oder gar zu einer geschäftlichen Zusammenarbeit überreden? Wären Sie um dessen Wohlergehen besorgt? Wohl kaum! Selbst der durchschnittlich-unterbelichtete BILD-Leser besitzt doch meist ausreichend hohe Moralvorstellungen, um sich mit derartigem Gesindel eben nicht einzulassen.
Das wirft die Frage auf, wie es um das ethische und geistige Rüstzeug der Personen bestellt ist, die uns regieren dürfen. Käme jener Verbrecher als folternder Diktator eines rohstoffreichen afrikanischen Landes daher und wären Sie Angehöriger der politischen – nicht geistig-moralischen – Führungsriege unseres Landes, stellte es für Sie mitnichten ein Problem dar, sich bei diesem Kackstiefel anzubiedern, um den Boden für Kooperationen mit deutschen Firmen in dessen Land zu bereiten.
Sollten Sie zu den Menschen gehören, die schon seinerzeit Magenschmerzen plagten, als der Dicke und seine Komplizen aus Politik und Wirtschaft den Verantwortlichen für das Tian‘anmen-Massaker in alle zur Verfügung stehenden Körperöffnungen gekrochen sind, dann sollten Sie an dieser Stelle nicht weiterlesen. Ich kann nämlich nicht dafür garantieren, dass Ihnen dabei nicht das eine oder andere Magengeschwür aufplatzt. Continue reading »

