Jun 222012
 

Seitdem die GEMA die für 2013 geplanten Tarife für Live-Musik-Veranstaltungen im Bundesanzeiger veröffentlicht hat, überschlagen sich die Unmutsbekundungen der mehr oder weniger betroffenen Veranstalter. Da wird bereits das gewaltige Club- und Diskothekensterben für das nächste Jahr eingeläutet und das Publikum für die eigenen Interessen instrumentalisiert. Grund genug, einmal die Hintergründe dieses Disputs zu beleuchten und ein paar Fragen zu stellen, die womöglich ein etwas anderes Licht auf die hitzige Diskussion werfen.

Wer ist eigentlich die GEMA?

Bevor ich konkret auf die neuen Tarife eingehe, möchte ich kurz ausführen, was bzw. wer die GEMA überhaupt ist. In zu vielen Köpfen hält sich hartnäckig das Bild einer »mafiösen Behörde«, die den Menschen die Musik verleiden und verteuern will.
Fakt ist jedoch, dass die GEMA keine Behörde, sondern ein wirtschaftlicher Verein ist, der die Interessen seiner Mitglieder, rund 64.000 Komponisten, Textdichter und Verleger, vertritt. Sie trägt als Verwertungsgesellschaft dafür sorge, dass die Schöpfer der Musik ihren Anteil erhalten, wenn ihre Werke öffentlich wiedergegeben oder vervielfältigt werden. Darüber hinaus hat die GEMA Gegenseitigkeitsverträge mit den Verwertungsgesellschaften anderer Länder. Sie übernimmt für diese das Inkasso in Deutschland, wie auch diese Gesellschaften im Ausland das Inkasso für die Mitglieder der GEMA übernehmen.
Als wirtschaftlicher Verein darf die GEMA übrigens auch keine Gewinne machen. Alle Einnahmen werden nach Abzug der Verwaltungskosten gemäß des Verteilungsplans an die Urheber und Verlage ausgeschüttet. Einen Exkurs zu Verteilungsplan, Wertung, Pro-Verfahren und dem neuen INKA-Verfahren spare ich mir an dieser Stelle, da dies eindeutig zu weit führen und verwirren würde. Ich verschweige nicht, dass es gerade im Bezug auf das Pro-Verfahren und die gerechte Verteilung einiges an Kontroversen gibt. Da dies jedoch interne Diskurse sind, die nur die Mitglieder und nicht die Musiknutzer betreffen, sollen sie an anderer Stelle in einem eigenen Artikel beleuchtet werden.
(siehe Infobox)

Wie wird das Geld verteilt?
Veranstalter zahlen entweder eine pauschale Vergütung, zum Beispiel für eine Tanzveranstaltung mit Tonträgerwiedergabe, oder reichen bei Konzerten eine sogenannte Musikfolge ein, auf der alle gespielten Titel und deren Urheber aufgeführt sind.
Im letzteren Fall können die aufgeführten Werke konkret den entsprechenden Urhebern zugeordnet und ausgeschüttet werden. Bei pauschalen Vergütungen wird ein komplexes Berechnungssystem herangezogen, um diese Gelder auf die Urheber zu verteilen. Hierbei spielen statistische Werte, wie zum Beispiel die Ergebnisse aus den Discothekenmonitoring, eine wichtige Rolle. Über die sogenannte Wertung werden die konkreten Aufführungen der Urheber ebenfalls in diese Berechnungen einbezogen.
So soll sichergestellt werden, dass jene Urheber, die z.B. im Radio, TV oder Konzerten nachweislich häufig aufgeführt wurden, auch angemessen an den Pauschalen beteiligt werden. Man nimmt hier an, dass jene die dort häufig gespielt werden eben auch dort zur Aufführung kommen, wo Pauschalvergütungen die Regel sind.
Da jedoch in vielen Bereichen keine Musikfolgen (Playlisten) notwendig sind, beklagen viele Urheber zu Recht, dass das aktuelle System die »Kleinen« oftmals benachteilige. Hier sind kleine Webradios mein Lieblingsbeispiel. Sie zahlen eine Pauschale an die GEMA, müssen jedoch nicht, wie die regulären Rundfunksender, Playlisten einreichen. Daraus resultiert, dass jene Urheber, die zum Beispiel gewisse Nischen bedienen und häufiger in Webradios als im regulären Rundfunk gespielt werden, weniger Aufführungen in der Wertung zugestanden bekommen, als sie tatsächlich haben. Da jedoch in der heutigen Zeit solche Playlisten auch für kleine Webradiobetreiber leicht zu führen wären, ist die Kritik durchaus berechtigt.

Urheber vs. Interpret

In dieser Auseinandersetzung werden leider zu oft Begrifflichkeiten verwechselt, die grundlegend sind, um sie klar einordnen zu können. In vielen Diskussionen ist immer vom »Künstler« die Rede und dass dieser von der GEMA gar nichts bekäme. Das stimmt sogar, wenn der besagte Künstler lediglich Interpret und nicht auch als Komponist und/oder Textdichter Mitglied der GEMA ist. Die GEMA kümmert sich ausschließlich um die Rechte der Urheber. Die Mitgliedschaft ist natürlich freiwillig. Für die Rechte der Interpreten gibt es die GVL.
Bei vielen Mainstream-Acts sind Interpret und Urheber nicht identisch. Natürlich gibt es auch Künstler, die beide Rollen ausfüllen und ihre eigenen Werke auch selbst interpretieren. Diese machen aber nur einen kleinen Teil der Urheber aus. Die weitaus größere Zahl der Komponisten und Textdichter ist eben nicht auch selbst Interpret.
Auch bei jenen, die selber komponieren und texten, sind oftmals Dritte am Werk beteiligt. Mit Melodie und Text alleine ist es in der Regel nicht getan. Der nächste Schritt ist hier das Arrangement. Die Melodie wird also für ein bestimmtes Ensemble orchestriert. Das kann von der kleinen Band-Besetzung bis hin zum großen Orchester reichen. Diese Arbeit übernimmt ein Arrangeur, der dann als Bearbeiter ebenfalls an dem Werk bzw. dieser Werkfassung beteiligt ist.
Die meisten Urheber sind der breiten Masse unbekannt, da sie im Hintergrund wirken und das Publikum in der Regel nur die Interpreten sieht. Diese Kreativen beziehen einen erheblichen Anteil ihres Lebensunterhalts aus den Tantiemen für die Aufführung und Vervielfältigung ihrer Werke. Von Merchandise, Werbung oder den Gagen der Künstler/Interpreten, die ihre Werke aufführen, profitieren sie in der Regel nicht.

Die aktuellen Tarife

Viele Veranstalter kritisierten zu Recht oft die aktuellen Tarife als zu komplex und unübersichtlich. Aus diesem Grunde war eines der Hauptanliegen der GEMA bei den neuen Tarifen, diese einfacher zu gestalten. Im Ergebnis reduzierte man die 11 Tarife auf lediglich 2.
Des Weiteren muss hier angemerkt sein, dass Diskotheken seit Jahrzehnten anderen Veranstaltern gegenüber überproportional bevorzugt wurden. Dabei machen Diskotheken unter den 1,5 Millionen lizenzierten Veranstaltungen pro Jahr nur einen sehr kleinen Teil aus.
Zur Verdeutlichung möchte ich hier anhand zweier Beispielveranstalter die aktuelle und künftige Situation erläutern. Unser erster Veranstalter ist ein Gastwirt mit einem eigenen Saal für Veranstaltungen. Nennen wir ihn G.Wirt. Der andere Veranstalter ist Diskothekenbetreiber D.Disse. Ich weiß, nicht sehr originell, aber man kann es sich merken.
Beide verfügen über eine Veranstaltungsfläche von 300m² und verlangen 8.-€ Euro Eintritt bei ihren Veranstaltungen.
Derweil G.Wirt aktuell 271,60.-€ (netto, ohne GVL) pro Veranstaltung entrichtet, zahlt D.Disse nur 31,10.-€ (netto, ohne GVL). Gehen wir nun davon aus, dass beide nur 300 Besucher am Abend und so jeweils 2400.-€ an Eintrittsgeldern einnehmen. Folglich bezahlt der Gastwirt aktuell 11,3% dieser Einnahmen an die GEMA, während der Kollege mit der Diskothek nur 1,3% abführt. Dieses Missverhältnis wurde oft und zu Recht kritisiert.
Die Sonderstellung der Diskotheken seit Ende der 50 ger Jahre resultiert mit daraus, dass hier die Eintrittspreise, also die wirtschaftliche Größe, nicht mit in den Tarif einfließen. Bei Diskotheken kommen zwei Pauschaltarife zum Einsatz. Der eine für bis zu 16 Veranstaltungen im Monat, der andere für mehr als 16 Veranstaltungen im Monat. Das ändert sich mit den neuen Tarifen grundlegend. Ab 2013 werden auch bei Diskotheken die Eintrittsgelder zur Tarifierung herangezogen und jede Veranstaltung einzeln lizenziert.

Das Geschäftsmodell Disco/Club

Bevor wir auf das neue Tarifmodel schauen, müssen wir einen Punkt klar herausstellen: Das Geschäftsmodell Club/Diskothek basiert auf der Musik. Ohne Musik keine Disco.
Die Urheber, die diese Musik komponieren und betexten, schaffen also die Existenzgrundlage für dieses Geschäftsmodell. Abstrakt gesprochen ist die Musik in Clubs und Diskotheken also nichts anderes als ein Wareneinsatz. Ein Wareneinsatz, ohne den dieses Geschäft nicht realisierbar wäre. Das sollte man immer im Auge behalten, wenn man über die Vergütungen für die Urheber spricht.
Es kann nicht sein, dass diejenigen, die die Existenzgrundlage liefern mit lächerlichen 1,3% abgespeist werden. Um das zu verdeutlichen: Kein Lieferant würde eine Ware für einen Einkaufspreis von 1.-€ abgeben, wenn der Kunde diese dann für 100.-€ weiterverkauft. Das käme unternehmerischem Selbstmord gleich. Dass natürlich eine immaterielle Ware wie Musik etwas anders bewertet werden muss, erschließt sich auch, jedoch muss der Preis der Bedeutung der Ware für das Geschäftsmodell gerecht werden.

Der neue Tarif 2013

Der neue Tarif stellt die Diskotheken endlich mit allen anderen kommerziellen Veranstaltern gleich und nimmt die wirtschaftliche Größe als Berechnungsgrundlage. Zudem verläuft der neue Tarif linear und erhöht sich je 100m² Veranstaltungsfläche und 1.-€ Eintritt. Daraus folgt, dass kleine und mittlere Veranstaltungen deutlich besser gestellt werden bzw. sich für sie nichts ändert. Teurer wird es hingegen für großflächige Events mit hohen Eintrittspreisen – allerdings steht auch hier die Lizenzgebühr in direktem Verhältnis zur wirtschaftlichen Größe. Außerdem profitieren die Diskotheken nicht mehr von ihren extrem günstigen Sondertarifen, was auch hier zu Erhöhungen führt. Allerdings bezahlen sie nicht mehr, als andere Veranstalter schon heute zahlen müssen.
Schauen wir uns mal an, was sich für unsere Musterveranstalter konkret ändert. Da beide nun nach Raumgröße und Eintrittsgeld tarifiert werden, entrichten sie jetzt netto 240.-€ pro Veranstaltung. Hierbei ist die 5-Stunden-Klausel nicht berücksichtigt, da wir diese später noch behandeln werden. Der Gastwirt zahlt also 31,60.-€ weniger und der Diskothekenbetreiber 208,90.-€ mehr. Bei beiden beträgt dieser Wert jedoch 10% von den Einnahmen aus den Eintrittsgeldern. Dieser Prozentsatz reduziert sich entsprechend, wenn man die Umsätze aus dem Ausschank hinzuaddiert.
Noch deutlicher werden die Entlastungen für kleinere Veranstaltungen. Nehmen wir zum Beispiel einen Veranstaltungsraum von 100m² bei einem Eintrittsgeld von 3.-€. Hier bezahlt der Veranstalter aktuell 64.-€ netto ohne GVL. Ab 2013 reduziert sich dieser Betrag auf 30.-€ netto. Das ist eine Entlastung von über 50%.

Die 5-Stunden-Klausel

Was die Veranstalterseite in diesem Disput gerne verschweigt, ist, dass bereits 5 Jahre lang mit deren Bundesverband über einen neuen Tarif verhandelt wurde. Auch unterschlägt man, dass es die Veranstalterseite war, die alle Vorschläge abgeblockt hat. Da die GEMA einem Kontrahierungszwang unterliegt, also jedem eine Lizenz einräumen muss, ist es nachvollziehbar, dass man sich auf dieser Seite die Tarife nicht von den Veranstaltern diktieren lassen will. Hierdurch war die GEMA schließlich gezwungen, den neuen Tarif »im Alleingang« festzulegen, im Bundesanzeiger zu veröffentlichen und die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt anzurufen.
Ein Aspekt des neuen Tarifs ist die Regelung, dass für Veranstaltungen mit einer Dauer von über 5 Stunden ein Zuschlag von 50% fällig wird. Im Zuge der Verhandlungen hat die GEMA sogar angeboten, auf diese Klausel zu verzichten. Aber auch das wurde von den Veranstaltern nicht akzeptiert.

Man will es wohl lieber mit der Youtube-Taktik versuchen und durch einseitige und zum Teil falsche Informationen Medien und Bürger gegen die GEMA aufbringen. Die teils wüsten Beschimpfungen im GEMA-Dialog auf Facebook zeigen deutlich, dass diese Taktik leider Früchte trägt und sich viele nur zu gerne vor den Karren der Veranstalter spannen lassen. Darunter sogar solche Gastwirte/Veranstalter, die durch die Tariflinearisierung ab 2013 deutlich entlastet werden. Mein Beispielgastwirt ist nämlich gar nicht so fiktiv. Ihn gibt es wirklich, auch wenn er aus verständlichen Gründen hier nicht namentlich genannt werden möchte. Er fühlt sich von seinen »Interessenvertretern« instrumentalisiert und hinters Licht geführt. Zitat: «Bei meinen 2 Veranstaltungen pro Monat spare ich im Jahr dann rund 720.-€ und die wollen mir einreden, ich würde draufzahlen.«

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Bundesverband der Veranstalter hier weniger die kleinen und mittleren Betriebe/Veranstaltungen im Auge hat und eher für die Großverdiener der Branche agiert.
Auch verschweigt man gerne, dass in anderen europäischen Ländern schon lange höhere Tarife gezahlt werden (z.b. 15% in Frankreich). In diesen Ländern kam es nicht zu dem für Deutschland herbeilamentierten Club- und Diskothekensterben.
Ein weiterer seltsamer Fakt in diesem Disput ist, dass die »Rechner« der Veranstalterseite oftmals wesentlich höhere Zahlen ausspucken, als der offizielle GEMA-Tarifrechner für den neuen Tarif. Ich muss gestehen, dass ich in diesem Fall dem Rechner einer Institution, die vom DPMA überwacht wird, doch eher traue als solchen, unter denen Floskeln wie »Alle Preisangaben sind ohne Gewähr!« zu lesen sind.

Kommt 2013 das große Club- und Diskothekensterben?

Ich halte nichts von Kaffeesatzleserei, und da die betroffenen Veranstalter keine konkreten Zahlen auf den Tisch legen wollen, kann man hier nur orakeln. Oft werden auch schlicht falsche Rechenbeispiele genannt.
Da rechnet dann zum Beispiel jemand für einen kleinen Club vor, dass dieser 50.000.-€ Umsatz im Monat macht und demnach ja 10%, also 5.000€, an die GEMA entrichten müsse. Nach Abzug aller weiteren Kosten blieben für den Betreiber nur noch 1.515.-€ übrig.
Wenn Sie meinem Artikel bis hier hin gefolgt sind, dann wissen Sie ja, dass sich der neue Tarif nach Eintrittsgeld und Raumgröße berechnet und bei den besagten 10% einzig die Eintrittsgelder herangezogen werden, nicht die Umsätze aus dem Ausschank. In dieser Rechnung ist aber nicht aufgeschlüsselt worden, welchen Anteil die Eintrittsgelder am Umsatz haben und auch über die Größe kann man nur spekulieren.
Nehmen wir als Beispiel einen mäßigen Umsatz von 20.-€ pro Kopf bei einer Veranstaltung. Bei unseren Herren Wirt und Disse ergibt das 6.000.-€ pro Abend. Der Gesamtumsatz beträgt also 8.400.-€ pro Abend, wovon der Eintrittsanteil ~28% ausmacht. Rechnen wir das auf die 50.000.-€ um, so erhalten wir einen Anteil von 14.000.-€ für die Eintrittsgelder. Demnach wären die 10% für die GEMA nicht 5.000.-€, sondern nur 1.400.-€ im Monat und dem Betreiber blieben 5.115.-€ für die eigene Tasche. Selbst wenn der Eintritt 50% ausmachen würde, blieben dem Betreiber noch 4.015.-€. Mir persönlich fällt es da schwer, das Gejammer nachzuvollziehen. Und Ihnen?
Machen wir uns den Spaß und legen mal die GEMA-Kosten im Monat auf die Besucher um. Beide Herren aus unserer Beispielrechnung zahlen ja bei 300 Gästen 240.-€. Herrn Disse entstehen Mehrkosten von 208,90.-€. Das macht etwa 70 Cent pro Kopf an Mehrkosten, die man leicht durch moderate Angleichung der Getränkepreise kostendeckend auffangen kann, sofern dies überhaupt notwendig ist.

Kein Club und keine Diskothek, die nicht schon heute am Rande des Abgrundes steht, muss fürchten, dass die neuen Tarife ihre Existenz gefährden. Wer allerdings heute schon knapp kalkulieren muss, bei dem gibt es wahrlich drängendere Probleme, als die neuen GEMA-Tarife. Aber all das sind unternehmerische Aspekte, die allein der Betreiber zu entscheiden und zu verantworten hat. Das unternehmerische Risiko muss der Unternehmer tragen. Es ist nicht statthaft, dieses Risiko auf Dritte (hier die Urheber) abwälzen zu wollen. Dabei kommt die GEMA den Veranstaltern mit der Härtefallregelung doch schon sehr weit entgegen. Sie greift im Falle eines groben Missverhältnisses zwischen tatsächlichen Einnahmen und der Vergütung für die GEMA.

Wie geht es jetzt weiter?

Die neuen Tarife sind jetzt vor der Schiedsstelle, die über deren Angemessenheit befinden wird. Es ist also noch nichts in Stein gemeißelt. Es ist verständlich, dass die GEMA nicht mit ihrer Minimalforderung, sondern eben mit der Maximalforderung in dieses Verfahren geht. Wenn um Löhne und Gehälter verhandelt wird, dann legen die Gewerkschaften ja auch erstmal ihre höchste Forderung auf den Tisch. Ein völlig normaler Vorgang also.
Jedoch bin ich überzeugt, dass selbst wenn die neuen Tarife so kommen, wie sie jetzt veröffentlich wurden, kein Laden schließen muss, über dem nicht schon heute das Damoklesschwert hängt.
Wir halten fest, dass mit den neuen Tarifen kleine und mittlere Veranstaltungen entlastet werden und große meist mehr zahlen. Auch werden Diskotheken jetzt anderen Veranstaltungen gleichgestellt, und wie diese nach ihrer wirtschaftlichen Größe tarifiert.
In meinen Augen sind ~10% der Eintrittsgelder doch ein angemessener Anteil für diejenigen, die die Geschäftsgrundlage liefern, oder nicht?

Anmerkung:
Leider ist es mir in den letzten drei Wochen nicht gelungen auch nur einen Club- oder Diskothekenbesitzer zu finden, der mir – natürlich auch gerne anonym – konkrete Zahlen nennen wollte. Honi soit qui mal y pense …

(-th-)

INFO ZU DEN KOMMENTAREN + Update!

Da die Kommentarfunktion hier scheinbar nur genutzt wird, um Pöbeleien, Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen zu posten, bleibt sie für diesen Artikel deaktiviert.
Zudem hat sich eine neue Situation ergeben, da sich die GEMA mit dem BDK auf einen Gesamtvertrag einigen konnte, der Auswirkungen auf den Tarif hat. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

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  109 Responses to “Die neuen GEMA Tarife 2013 oder »Heute schon gejammert?«”

  1. Klingt wie ein bezahltes Posting, so wie der Text geschrieben ist. Der Vergleich mit den bisherigen Kosten findet nicht statt, was ist mit den ganzen Zuschlägen? Wurde hier überhaupt recherchiert? Offensichtlich nicht. Kritischer Journalismus ist das nicht: Hier Zahlen:

    http://www.dehoga-bundesverband.de/fileadmin/Inhaltsbilder/GEMA/GEMA-Tarifreform.pdf

    • Es ist kein bezahltes Posting, sondern ein sachliches. Sie bemängeln kritischen Journalismus und ziehen dazu “Infoblätter” der DEHOGA heran? Die DEHOGA ist ein Interessenverband und in deren Interesse ist es, dass sich nichts ändert, damit die Diskotheken auch weiterhin von dem antiqierten Discothekentarif profitieren können, der sich im Grunde seit seiner Einführung 1959 nicht wesentlich verändert hat. Überspitzt könnte man sagen, dass die Diskotheken noch immer von einem “Einführungstarif” aus jenen Tagen profitieren, als niemand wusste, wie sich diese Veranstaltungsform entwickeln würde. Wenn Sie sich über das Gesundheitswesen informieren, würden Sie ja auch nicht unhinterfragt die Statements der Pharma-Lobby glauben, oder?
      Wundert es Sie eigentlich nicht, dass die DEHOGA bewusst darauf verzichtet, die bisherigen Vergütungen auf die Einzelveranstaltungen herunterzurechnen?

      Ja, es gibt Zuschläge z.B. für die Nutzung von kopierten Tonträgern (sprich gebrannten CDs). Da diese Kopien nicht von dem “Recht auf Privatkopie” gedeckt sind (sie werden ja kommerziell genutzt), müssen Sie eben entsprechend durch einen Aufschlag lizensiert werden. Ähnlich verhält es sich mit der Laptopnutzung.
      Jedoch sind alle diese Zuschläge optional und haben darum in einem grundlegenden Vergleich erstmal nichts zu suchen. Vergleichen wir es einfach mal abstrakt mit dem Kauf eines PKW. In der Grundausstattung kostet dieser 15.000.-€. Wenn ich aber Extras wie Klimaanlage usw. mitgeliefert bekommen möchte, dann muss ich diese auch seperat vergüten und der PKW kostet eben nicht mehr nur 15.000.-€, sondern eben 15.000.-€+x.

      Desweiteren berechnet die DEHOGA auch noch gleich die GVL mit und verwendet – wenn ich das richtig gesehen habe – Bruttopreise. Erstens ist die GEMA nicht die GVL und zweitens erhebt die GEMA auch nicht die Steuern. Aus diesem Grunde habe ich für meine Beispielrechnungen explizit Nettopreise ohne Zusatzoptionen und GVL herangezogen.
      Wäre ich ein “bezahlter Schreiberling”, dann hätte ich wohl auch die Publikumsfluktuationen in Clubs und Discotheken (Stichwort Club-Hopping) einbeziehen und so wesentlich höhere Besucherzahlen bei der Disco verwenden können. Aber das ist ebenso unstatthaft, wie die Rechnungen der DEHOGA dies in Teilen sind. Wäre die DEHOGA unparteiisch, dann hätte sie ja den Gema-Vergütungen ja auch mal die durchschnittlichen Einnahmen dieser Clubs gegenüberstellen können, damit man die Vergütung in Relation dazu sehen könnte. Aber dann wäre der Aufreger gleich nicht mehr so groß, ähnlich wie es schon bei den Weihnachtsmärkten der Fall war.

      Auch die 5-Stunden-Klausel habe ich nicht berücksichtigt. Warum? Die GEMA hat bereits während der Verhandlungen angeboten, auf diese Klausel zu verzichten (was ja von Veranstalterseite auch abgelehnt wurde) und ich könnte mir gut vorstellen, dass die GEMA das im Rahmen des Schiedsverfahrens erneut anbieten wird. Aber das steht ja auch bereits im Artikel.
      Die GEMA geht mit ihren Maximalforderungen in die Verhandlungen, ebenso die Veranstalterseite mit Minimalforderungen und irgendwo in der Mitte wird man sich treffen. Beide Seiten werden Zugeständnisse machen müssen.

      Was leider bei dieser Thematik immmer gerne vergessen wird: alles wird teurer; Lebensmittel, Dienstleistungen usw. – überall steigen die Preise. Während das in den meisten anderen Bereichen schleichend passiert, ist das bei der Lizensierung von Musik eben so, dass hier ein Tarif jahrelang bestand hat, bevor er den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Würden die tarife jedes Jahr angepasst, wären die Veränderungen zwar geringer, jedoch würde sich auch der Aufwand erhöhen und dieser ist ein Kostenfaktor.

      Es steht ausser Frage, dass die Sonderstellung der Diskotheken so keinen Bestand mehr haben kann, weil er einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Was als Förderung in den Anfangsjahren ja noch verständlich war, kann heute nicht mehr unhinterfragt bleiben. Dass das den Betreibern nicht passt, ist verständlich, jedoch darf man nicht vergessen, dass es nunmal die Musikurheber sind, die überhaupt erst die Existenzgrundlage für dieses Geschäftsmodell schaffen.

      • Wenn es eine % Abgabe nach Eintrittspreisen gibt, dann ist die inflationäre Preisanpassung bereits inkludiert und bedarf keiner erneuten % Anpassung.

        • Eine solche gibt es ja eben für Discotheken nicht. Discotheken zahlen seit Jahrzehnten nur eine Pauschale, die eben die Eintrittspreise – also die wirtschaftliche Größe – nicht mit einbezieht. Lediglich bei allen anderen Veranstaltungen wurde auch bisher der Eintrittspreis mitberechnet. Das sind die Veranstaltungen, von denen jetzt 60% entlastet werden. Im Prinzip bedeuten die neuen Tarife nur, dass bei Discotheken jetzt eben auch der Eintrittspreis mit in die Berechnung einfließt, wodurch es natürlich für diese teurer wird. Bedenkt man aber, dass die Discos bisher nur etwa 0,6-2% der Eintrittsgelder für die GEMA-Vergütung aufwenden mussten, während andere Veranstalter bei 10%+x lagen, dann wird deutlich, dass hier etwas passieren musste.
          Der neue Tarif orientiert sich linear an Eintrittspreis und Raumgröße.

      • [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
        Hier werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen! Du schreibst das ein Auto mit Klima mehr kostet als eins ohne. Das ist ja korrekt aber wenn ich ein Auto kaufe dann weis ich ob ich eine Klima brauche oder nicht. Demnach sucht man sich dann ein Auto aus mit den passenden extras und vergleicht dann. Und wenn jetzt “Standards”, ich erwähne nur kopien von Datenträgern oder der Benutzung von einem Leptop, “extra” kosten sollen. Klingt dies für mich nach Abzocke, weil es gibt fast keinen DJ sowohl “Disse” als auch “Party DJ” der in der heutigen Zeit keinen Leptop benutzt oder eine Kopie der gekauften Musik dabei hat.
        Das wäre wie ein Auto zu kaufen, das keine Räder hat!
        Einige Dinge gehören einfach dazu, ohne sie funktioniert es nicht. Ich denke dabei auch an die ganze lizenzierte Musik, von der nicht einmal ein Tonträger existiert?!

        Ich bin durchaus der Meinung, das es hier dringend eine anpassung notwendig ist! Aber man sollte sich ersteinmal über die “Standards” gedanken machen, die bei einer bzw jeder Veranstaltung gebraucht und benötigt werden. …ich werde hier mal schluss machen, da das Thema einfach viel zu komplex ist und zuviele Faktoren aufweist.

        Ansonsten ein gelungener Artikel einen etwas nachdenklich zu machen, was die meisten Leute einfach Blind unterzeichnet haben ;-)

    • [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
      Heute schon gejammert… ist billig polemisch!
      Trotzdem hier ein Versuch im Folgenden detailliert auf die Tarif-Grundlagen einzugehen!

      Das Problem stellt nicht die Logik der Tarife (Größe und Eintrittspreis) dar sondern die Grundlagen-Fiktion der Berechnung. Und hier kommt “Klein-Erna” deutlich ins Spiel mit völlig naiven (sprich: falschen) Vorstellungen.
      Fiktion A: neue Art Flächenberechnung: Die GEMA berechnet die Größe des Clubs der Discothek von „Wand zu Wand“ als Maßstab für die Besuchs-/Füllmenge von Gästen und folgert daraus 100 Gäste gleich 100m² ergeben sich in Zukunft zwangsläufig. Faktisch falsch, da sowohl ordnungsrechtlich (Fluchtwege) als auch rechnerisch nicht möglich, da von der Gesamtfläche noch im Raum befindliches Inventar (-Möbel, Tresen- + Kühltresen-Anlagen, Dj-Technik etc.-) abgezogen werden muss. Die Konsequenz ist, dass bei einer Flächen-Berechnung aus beiden o.a. Gründen mindestens 35% der Fläche abgezogen sein muss, auf der gar kein Gast sitzen oder stehen kann/darf!
      Fiktion B: die zu berechnende Disco-Größe gleichzusetzen mit einer fortlaufenden 100%igen Gäste-Auslastung ist ebenfalls nur naiv (alle anderen Ausdrücke wären schon beleidigend). Eine jederzeitige (jede Öffnungsnacht) volle Discothek (100%) ist der Traum eines Clubs und Discothekers aber nicht die Realität. Aufs Jahr gerechnet mag es ein toller Erfolg sein, wenn eine Discothek ggf eine Auslastung von regelmäßig / durchschnittlich 50 Prozent hat und zwar von der tatsächlich zur Verfügung stehenden Fläche, s.o.). Und von diesen max.65% tatsächlich nutzbarer Fläche wäre eine durchschnittliche Auslastung (Gästebesuch) p.a. von max 50 % fantastisch! Und bei dieser Auslastung wird diese Location auch regelmäßig visuell von den anwesenden Gästen als voll wahrgenommen!
      Bundesweit ist kaum eine Location Freitagnacht tatsächlich voll, das gleiche gilt an oder vor Feiertagen! In den Sommermonaten von Ende April bis Ende September suchen Millionen bundesweit über fast 6 Monate lieber die Abwechslung in Beach-Clubs oder Stadt- und sonstigen Volksfesten oder open air-Konzerten. Eine Disco-Auslastung liegt in diesem Zeitraum teilweise nur bei NULL bis vielleicht 30 Prozent !

      Fiktion C) Eintrittseinnahme der GEMA basiert auf den o.a. falschen Flächenberechnungen und der jederzeitigen damit verbundenen 100%igen Auslastung und hat als Krönung die Fiktion, dass jeder nächtliche Gast den öffentlich ausgehängten höchsten „Listen“-Eintrittspreis zahlt. Fakt ist aber, dass jeder Club und jede Discothek individuelle Eintrittspreis-Regelungen hat, die wiederum in jeder PartyNacht in der anteiligen Menge die Mehrheit darstellen, ich nenne hier einige Gruppen: Frühkommer und Spätkommer haben freien Eintritt, Ladies und Studenten haben freien Eintritt, VIPs (tatsächliche…) und VIPs (registrierte Stammgäste) haben freien Eintritt, Mitarbeiter von Kooperationspartner haben freien Eintritt, Freikarten (Verteilung bei/für div Werbeaktionen) haben freien Eintritt, Geburtstagsgäste und vieles mehr. Die ganze Aufzählung auch noch verbunden mit bestimmten Aktionen mit nur reduzierten Eintritten… Diese Aufzählung ist nicht vollkommen und wird von hunderten und tausenden Clubs creativ jedes Wochenende individuell erweitert!

      Zusammengefasst: Die GEMA Tarif-Fiktionen sind falsch, nicht unbedingt die prinzipielle Logik! Aber durch die gigantisch falschen Basis-Fiktionen ist der beabsichtigte Tarif im Ergebnis wirklich nur Müll.

      Und wenn die Gema davon spricht, dass einzelne Discotheken vielleicht ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren, dann sei es das Problem dieser Betreiber, dann muss man einfach sagen: Ja, wo leben wir denn? Ist die GEMA ein Ersatz für die Planwirtschaft in der alten DDR? Dort gab es tatsächlich ein Unterangebot, das heißt tatsächlich war dort jedes Angebot zu 100% voll… viele mussten draußen bleiben! :-(
      Die Vielfalt des Angebots macht die Discothekenlandschaft aus. Das bedeutet nicht, dass jede Location nach GEMA planmäßig in fast jeder Nacht aus den Nähten platzen muss, also übervoll sein muss. Die Vielfalt der Clubs – und Discotheken ist ein kulturelles Gut, das zu schützen ist!
      Bei Hotels liegt die durchschnittliche Auslastung aller Hotels in Deutschland bei deutlich unter 50%, es gibt veröffentlichte Zahlen von 36% aus 2009 !
      Ist Planwirtschaft das Ziel der GEMA ?

  2. [...] quasi alle, nehme ich mal an und schließe mich mit ein …):Sebastian Schwerk bei mittelstern. Thomas Hohnen beim MT Portalblog.Ergänzende Lesetipps sind herzlich willkommen, auch wenn immer mehr Meinungen und Zahlen den [...]

  3. selten so einen einseitigen Stuss gelesen, der gerade im Bereich der Tarifstruktur nichts anderes tut, als die Lügen der GEMA nachzubeten. Peinlich, Tendenziös und unglaubwürdig. Riecht nach Auftragsschreiberei oder Profiteursentäußerung.

    • Es steht Ihnen frei, die Behauptungen im Artikel durch Fakten zu widerlegen. Anderenfalls ist es Ihr Kommentar, der einfach nur peinlich ist.
      Wenn Sie unterstellen, dass jemand lügt, dann belegen Sie das auch oder halten Sie sich mit ihren Unterstellungen zurück.

      Oder um mit Ihren Worten zu sprechen:
      So riecht Ihr Kommentar nach Auftragsschreiberei für die DEHOGA oder den BDV, der nicht von Sachkenntnis getrübt ist.

  4. Ich bitte um Verständnis, dass ich neue Kommentare nicht immer zeitnah prüfen und freigeben kann. Dazu ist das Feedback zu diesem Artikel auch in Form von Mails einfach zu groß.
    Auch kritische Kommentare werden natürlich freigeschaltet, solange sie die Umgangsformen wahren.
    Hasstiraden, Beschimpfungen und Beleidigungen werden nicht veröffentlicht, denn hier soll sachlich diskuitiert werden.
    Wer mir höflich begegnet, dem begegne ich auch höflich – wer ausfallend oder persönlich wird, muss mit einer entsprechenden Antwort rechnen.

  5. Deine Beispielrechnung zeigt das du nie eine kommerzielle Veranstaltung durchgeführt hast. Ansonsten wüsstest du das auf jegliche Einnahmen einer Tanzveranstaltung:

    1. Vergnügungssteuer entfällt (ortabshängig bis zu 22% deiner 8 EURO)
    hier ein Beispiel

    2. Die Einnahmen zu versteuern sind. NEIN, das ist nicht die Vergnügungssteuer!

    3. Man FIXE Kosten für Strom/Wasser/Endreinigung hat. Auch wenn an dem Abend grad Deutschland spielt und statt deiner 300 Leute nur 50 auftauchen.

    4. Man FIXE Kosten für das Thekenpersonal/Türsteher/DJs/Klofrau hat.

    5. Man FIXE Kosten für die Musikanlage hat, sofern man nicht selbst eine besitzt.

    6. Man FIXE Kosten für die Werbegestaltung/Anzeigenschaltung/Plakate/Flyer/Website hat.

    7. Dem Getränkeumsatz, ein Wareneinsatz entgegensteht. Von deinen utopischen 20 Euro mal ganz abgesehen.

    Setz mal eine realistische Rechnung auf und betrachte dir DANN den Gema Anteil zum übrig bleibenden “Gewinn”.

    (Anm. Verlinkung korrigiert)

    • Meine Beispielrechnungen beziehen sich alleine auf die GEMA. Die GEMA hat alleine Einfluss auf ihre Tarife, nicht jedoch auf die Kostenstellen, die Sie anführen.

      1. Für Steuern ist nicht die GEMA verantwortlich. Die GEMA muss einen bundesweit einheitlichen Tarif anbieten und kann dabei nicht auf jede örtliche Gegebenheit eingehen.
      2. Auch die Urheber in der GEMA müssen ihre Einnahmen versteuern. Und wieder: Steuern erhebt nicht die GEMA.
      3-6. Das sind alles Kosten, für die man ja wohl nicht die GEMA verantwortlich machen kann. Diese Kalkulationen gehören zum unternehmerischen Risiko und das hat nunmal alleine der Unternehmer zu tragen und nicht Dritte. Jeder Kaufmann muss kalkulieren, um ordentliche Umsätze und Gewinne erwirtschaften zu können. Er kann seine Kosten auch nicht auf Dritte abwälzen. Die Lieferanten werden auch nicht von ihren Preisen abrücken, weil ein Kaufmann sein Geschäft nicht profitabel zu führen weiß.

      Gut übrigens, dass Sie Punkt 3 anführen. An so einem Abend muss der Unternehmer dennoch voll und ganz seine Löhne und seine Lieferanten, Strom, Gas, Wasser usw. zahlen. Der Getränkelieferant z.B. sagt nicht “Du hattest einen schlechten Abend, also zahlst du mir heute nur die Hälfte für die konsumierten Getränke”. Die GEMA jedoch hat für solche Fälle eine Härtefallregelung, so dass zumindest diese Kosten an so einem Abend minimiert werden können. Sie kommt den Veranstaltern also schon weitaus mehr entgegen, als jeder andere Lieferant oder Angestellte.
      Kein einziger der Kostenfaktoren kann bei unzureichenden Gewinnen reduziert werden. Die Angestellten wollen ihren Lohn, der Energieversorger sein Geld und auch die Druckerei möchte das Geld für die bereits gedruckten Werbeflyer haben. Einzig die Urheber in Gestalt der GEMA sollen das in den Augen der Veranstalter. Ist das fair?
      Das unternehmerische Risiko wird so zum Teil auf die GEMA abgewälzt, obschon diese keinerlei Möglichkeiten hat, auch entsprechend in die unternehmerischen Entscheidungen eines Betriebs einzugreifen. Sie soll also das Risiko tragen, ohne gleichzeitig auch entsprechend des Risikos profitieren zu können. Das kann ja wohl nicht sein.
      Immerhin kommt die GEMA hier den Veranstaltern mit der Härtefallnachlassregelung schon sehr weit entgegen und nichtmal das wird gewürdigt. Nennen Sie mir einen anderen Lieferanten, der da so kulant ist?

      7. Die 20€ sind keinesfalls utopisch, sondern eher noch sehr niedrig gegriffen (in dem Laden, wo ich letztens war, bekäme ich dafür gerade mal 5 Bier a 0,3l – damit kommt man nicht über 5 Stunden oder länger an einem Abend), wenn man von regulären Preisen ausgeht. Natürlich, wenn man Flatrate-Saufen anbietet, dann bleibt weniger hängen, aber das sind auch wieder unternehmerische Entscheidungen auf die die GEMA keinen Einfluss hat. Aus diesem Grunde werden ja auch nur die Eintrittsgelder berücksichtigt und nicht die sonstigen Umsätze.

      Wirklich realistische Rechnungen wären nur dann möglich, wenn mal ein Club- oder Diskothekenbetreiber endlich mal konkrete Zahlen auf den Tisch legen würde. Dazu gehören eben nicht nur die Kosten, sondern auch die Einnahmen.

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        Der Absatz, dass bei weniger Gäste, die Lieferanten trotzdem erwarten, dass ihre Rechnungen bezahlt werden ist von der Logik genau falsch! Es wird in dem Augenblick ja auch weniger verzehrt, also auch weniger eingekauft, auch weniger Personal eingesetzt usw. das heißt also, es muss auch weniger Musik “eingekauft” werden!
        Die Härtefallregelung hat hier aber insgesamt keinen Sinn, da bei einer prinzipiellen auslastung -wie in meinem längeren Kommentar beschrieben- von p.a. ggf. nur ca 50% müsste also für fast jede Veransatltung ein Antrag gestellt werden und das von fast jeder Discothek deutschlandweit. Der Tarif würde sich damit selbst absurdum führen!

        Und die 20,-€ Durchschnittsverzehr führen wieder zum Blick von “Klein-Erna”. Sie müssen ja nicht dem einzelnen Discotheker und den Angaben des Branchenverbandes mit seinen Angaben glauben, dann soll die GEMA Sachverständige beauftragen eigene Feststellungen zu treffen. Das ist nicht so schwierig, wie es sich für den einzelnen Leser jetzt anhört. Fakt ist: die meisten Großdiscotheken liegen bei deutlich unter 10,-€ Durchschnittsverzehr, spezielle Discotheken bei etwas über 10,-€ bis max 15,-€ . Man muss einfach berücksichtigen, dass z.B. ein “normaler” weiblicher Gast ein sehr geringes Verzehrverhalten hat und die männlichen Gäste mittlerweile auch einfach Angst um Führereschein etc haben. Die Schnittzahlen sind einfach real!

        • Aktuelle Studien gehen von einem Einnahmenverhältnis von 20% (Tür) zu 80% (Gastro etc.) bzw. 30-70 aus. Das heisst, bei 100 Gästen, die je 10€ an der Tür zahlen, haben wir lt. diesen Studien 1000.- an der Tür und 4000.- bei der Gastro. Das macht pro Kopf sogar 40.-€.

          Ich glaube, die Veranstalterseite hat Spaß daran, sich arm zu rechnen. Ich warte ja immer noch auf den ersten Club-Betreiber/Disco-Besitzer, der hier seine konkreten Zahlen auf den Tisch legt. Wird wohl leider nicht passieren.

      • Konkrete Zahlen kann ich liefern. Club 2 Tage/Woche, Kapazität 120 Personen, Lage: Kleinstadt.

  6. Zitat0: “Zur Verdeutlichung möchte ich hier anhand zweier Beispielveranstalter die aktuelle und künftige Situation erläutern.”

    Zitat1: “Mein Beispielgastwirt ist nämlich gar nicht so fiktiv. Ihn gibt es wirklich, auch wenn er aus verständlichen Gründen hier nicht namentlich genannt werden möchte.”

    Zitat2: “Anmerkung: 
Leider ist es mir in den letzten drei Wochen nicht gelungen auch nur einen Club- oder Diskothekenbesitzer zu finden, der mir – natürlich auch gerne anonym – konkrete Zahlen nennen wollte.”

    Nanu??? Da hat sich wohl ein Widerspruch eingeschlichen?

    Anyway, da Sie Mitglied bei der GEMA und dem deutschen Komponistenverband sind, wundern mich Ihre einseitigen Artikel bezüglich der GEMA recht wenig. Und wenn man sich dann noch das geheime Finanzierungsumverteilungssystem der GEMA zu Herzen nimmt, dann sollte der Rest wohl auch klar werden, bzw. wieso Sie als Typ-A-Komponist davon profitieren. Und da es sich hier um IHREN Blog handelt, ist hier eine “gerechte” Diskussion zwecks freischalten von Kommentaren wohl kaum gewährleistet. Und daher ist es auch meiner bescheidenen Meinung nach vollkommen idiotisch, überhaupt per Kommentarfunktion in einem Blog Diskussionen zu führen – dafür gibt es sogenannte (unabhängige) Foren. Vielleicht liest man sich ja demnächst mal in einem dieser unabhängig geführten Foren.

    Mit frischen Grüßen von einem Musiker u. Synthesizer-Restaurator.

    P.S. Sie sollten mal ein ‘grep -R “localhost” /<Pfad/Zum/WWW-Verzeichnis' durchführen, denn ich glaube kaum, dass irgendein Inhalt Ihres Blogs auf mein http://localhost/ zeigen sollte (siehe Fehlerbeschreibung im Activity-Fenster von z.B. Safari).

    • Nein, da hat sich kein Widerspruch eingeschlichen. Der zitierte Gastwirt ist eben das: ein Gastwirt. Er ist kein Club- oder Diskothekenbesitzer.

      “Und da es sich hier um IHREN Blog handelt, ist hier eine “gerechte” Diskussion zwecks freischalten von Kommentaren wohl kaum gewährleistet.”
      Wie Sie ja sehen, werden hier auch kritische Kommentare freigeschaltet – solange sie eben ohne Beleidigungen, Hasstiraden und Bedrohungen daherkommen. Nicht freigeschaltet wurden bisher nur die üblichen “Fuck GEMA”-Parolen und Spamversuche. Das dürfte im Interesse aller sein, die sich sachlich mit der Thematik befassen wollen.

      Ich finde es schon befremdlich, dass uns Komponisten die Mitgliedschaft in der GEMA und dem Komponistenverband negativ ausgelegt wird, während sich niemand daran stört, wenn Veranstalter etc. Mitglied in DEHOGA und/oder BDV sind. Was macht die Aussagen der einen Interessengruppe besser oder qualifizierter, als die der anderen? Sie unterstellen, ich würde es zu einseitig sehen, aber nicht, dass eben auch die Veranstalter und deren Interessenverbände nur daran interessiert sind, sich einseitig zu ihrem Vorteil zu äußern.

  7. “Kein Lieferant würde eine Ware für einen Einkaufspreis von 1.-€ abgeben, wenn der Kunde diese dann für 100.-€ weiterverkauft.”

    Sorry, aber das ist Unsinn. Der Verkaufspreises eines Produkts richtet sich NICHT nach dem Absatzpreis des Produkt, wo es eingesetzt wird. Zement für Luxusvillen kostet genauso viel wie Zement für den Ferienbungalow. Der Preis eines Autoradios hat nichts mit dem Preis des Autos zu tun!

    ********************

    “Derweil G.Wirt aktuell 271,60.-€ (netto, ohne GVL) pro Veranstaltung entrichtet, zahlt D.Disse nur 31,10.-€ (netto, ohne GVL).”

    Halt! Auch G.Wirt durfte bisher den Pauschalvertrag nutzen. Entscheidend war doch nicht, wo die Musik spielte sondern wie oft. Oder seh ich das falsch?
    ***
    “Die 5 Stunden Klausel”

    Du widmest ihr einen ganzen Absatz und gehst nicht einmal inhaltlich auf sie ein! Ist die 5 Stunden regel richtig, weil man jahrelang darüber diskutiert hat?
    ***
    Ich verstehe die Intention Deines Postings wirklich nicht. Und ich bin wahrlich kein GEMA Basher sondern versuche, Sinn und Unsinn der Thematik stets sachlich zu konstruktiv im Blog http://www.mittelstern.de zu diskutieren. Du bist herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!

    • 1. Zement ist ein Rohstoff, die abgespielte Musik jedoch ein fertiges Produkt. Um in ihrem Bild zu bleiben: die Musik ist bereits der Ferienbungalow oder die Luxusvilla. Der Vergleich mit dem Autoradio ist gar nicht mal so schlecht, hat aber einen Denkfehler: das Autoradio ist Teil des Komplettpakets PKW, so wie die Musik Teil des Komplettpakets Disco ist. Jedoch der entscheidende Unterschied ist: der PKW fährt auch ohne Autoradio, aber das Geschäftsmodell Discothek wird ohne Musik nicht funktionionieren.

      2. Ja, auch ein Wirt könnte den Pauschalvertrag nutzen, wenn er einen regelmäßigen Discothekenbetrieb in seinem Saal durchführen würde. Aber dann würde er in jedem Fall zumindest den Tarif für bis zu 16 Veranstaltungen im Monat zahlen müssen. Das lohnt sich dann im Vergleich erst ab einer gewissen Anzahl an Veranstaltungen. Platt gesagt, ein Wirt der nur unregelmäßig solche Veranstaltungen durchführt, fährt mit der Discopauschale schlechter, als mit dem “normalen” Tarif.
      Ich kann in einer Beispielrechnung leider nicht jede Eventualität abbilden, ohne dass es zu verwirrend wird.

      3. Die Bewertung dieser Klausel überlasse ich anderen. Es gibt sowohl Aspekte die für sie sprechen, als auch solche, die gegen sie sprechen. Mir war vor allem wichtig aufzuzeigen, dass die GEMA in den Verhandlungen bereits durch den Verzicht darauf durchaus gezeigt hat, dass sie kompromissbereit ist, dieses jedoch ebenfalls abgelehnt wurde.
      Ich gehe übrigens, wie viele andere Beobachter dieser Kontroverse, davon aus, dass diese Klausel nach dem Schiedsstellenverfahren ohnehin keine Rolle mehr spielen wird. Die GEMA hat bereits in den Verhandlungen angeboten, darauf verzichten zu können. Warum sollte das im Schiedsverfahren anders sein? Es ist aber nachvollziehbar, dass die GEMA natürlich – wie bei Tarifverhandlungen in anderen Bereichen auch – mit ihrer Maximalforderung in das Verfahren einsteigt und nicht mit der Minimalforderung.

      Die Intention ist einfach, sich die Zahlen und Fakten mal nüchtern anzusehen und auch ein paar grundlegende Fragen zu stellen, bzw. dazu anzuregen, sie sich selbst zu stellen.
      Die Kernfrage ist doch die, warum alle anderen ihre Preise und Tarife den aktuellen Gegebenheiten anpassen können, ohne das der Shitsorm losgeht, nur die GEMA, also die Musikurheber, nicht?
      Oder um bei Ihrem Auto-Vergleich zu bleiben: warum soll ausgerechnet das wichtigste Bauteil (also die Musik) das günstigste sein? Es geht um die Relationen.
      Wenn eine Ware für ein anderes Produkt unabdingbar ist, dann spiegelt sich das in der Regel im Preis wieder. Nur bei der Musik soll das nicht so sein.

      Übrigens hat nicht die GEMA die Schärfe in die Diskussion gebracht, sondern die Interessenvertreter der Veranstalter.

  8. gruseliges Lobbyistengeschwätz, gesteuert und gelenkt einzig durch eigene monetäre Interessen ohne das Ziel, zu einem vernünftigen Kompromiss zu kommen. Sinnlos, hier weiter zu diskutieren. Davon ab braucht man auch nur ein wenig recherchieren und erfährt, dass der Autor eigentlich nichts anderes macht, als mit GEMA-Propaganda das Netz zu fluten.

    • Und das, was DEHOGA und BDV von sich geben ist kein Lobbyistengeschwätz?
      Ich finde schon, dass 5 Jahre Verhandlungen mit den Interessenvertretern deutlich die Kompromissbereitschaft der GEMA zeigen, wohingegen die einseitige Instrumentalisierung der Medien und Fans durch die Interessenvertreter der Veranstalter offenbar nur dem Zweck dient, Stimmung gegen die GEMA zu machen und so Druck aufzubauen. Man nutzt bewusst die Unwissenheit vieler Menschen und Journalisten, sowie den typischen “GEMA=böse”-Beissreflex.
      Ihr Posting enthält nur leeres Geschwätz und den kläglichen Versuch, mangels Fakten, ad hominem zu argumentieren. Wo bleiben denn die sachlichen und stichhaltigen Argumente?

      Sobald man auch die andere Seite der Diskussion beleuchtet, betreibt man also Propaganda? Wenn man richtig stellt, dass es in der Kindergarten-Notenkopien-Sache seinerzeit einzig um das Kopieren urheberrechtlich geschützter Noten und zu keinem Zeitpunkt ums Singen ging, wie es viele Medien behauptet haben, betreibt man Propaganda? Ich nenne das informieren. Ein Urteil über einen Sachverhalt kann man sich nur bilden, wenn man sich alle Seiten besieht und eben nicht nur einseitig das “Lobbyistengeschwätz” der Veranstalter-Lobby betrachtet und unhinterfragt glaubt.

      Sie zeigen doch ziemlich deutlich, dass es Ihnen an stichhaltigen Fakten gebricht, und Sie lieber alte Feindbilder pflegen, anstatt sich umfassend zur Thematik zu informieren.
      Im Gegensatz zu Ihnen bin ich jederzeit bereit meine Meinung zu revidieren, wenn mir die Argumente der Gegenseite plausibel erscheinen. Aber bsiher kommt ja leider nur Polemik und heiße Luft.

      Tja, bei manchen ist der geistige Horizont eben ein Kreis mit Radius Null und das nennen diese Leute dann ihren Standpunkt.

  9. Hier rechnet mal jemand vor, was eine Disco so an Einnahmen und Ausgaben hat – zwar hypothetisch, aber immerhin schlüssig:

    wennde ne durchschnittsdisse mit so 400 personen/abend an 8 tagen (fr+sa) im monat (also in 28 tagen) und nochmal ca 150-200 an weiteren 8 tagen (do+so) haste 400 * 8 + 200 * 8 = 4800 besucher/monat. sagen wir 5000 damits rund ist.[...]
    du hast also
    110.000 € einnahmen
    – 52.000 € personalkosten
    – 7.800 € alkohol
    – 3.600 € normalgetränke
    – 7.000 € werbung
    – 15.000 € miete u.ä.
    = 24.600 € gewinn.

    Die detailierte Rechnung findet sich auf der Verlinkten Seite. Wenn wir die Zahlen zugrunde legen, also 5000 Besucher im Monat bei 7€ Eintritt, dann macht die GEMA-Vergütung nach dem neuen Tarif (10%, da nichts über die Größe gesagt wird, kann man es hier nicht genauer rechnen) 3500.- €. Selbst wenn also die GEMA noch nicht in die aktuelle Rechnung einbezogen wäre (wurde aber unter miete u.ä. erfasst), blieben hier noch immer über 20.000.- € Gewinn übrig.
    Der Berechner geht von 16 Öffnungstagen aus, also würde der fiktive Discobesitzer heute netto (ohne GVL) 622,60€, also etwa 1,8%, zahlen.

    Das sind zwar leider immer noch keine genauen Zahlen, aber immerhin schon sehr realistisch.

    • Nein, diese Rechnung ist keineswegs realistisch! Ich bin selber Veranstalter gewesen und habe Events mit knapp 1000-2000 Leuten geführt. Ich komme aus Nürnberg und es waren keine Billig-Events und ich habe selten mehr als 12,00 € im Durchschnitt pro Gast kassiert. Und damit meine ich Eintritt + Getränke. Und ich weiß von vielen Diskothekenbesitzern, dass sie selber selten auf über 13,00 € pro Person (Eintritt+Getränke) kommen. Selbst bei hochpreisigen Clubs schafft man nie einen Durchschnitt von 15,00 €! Dies sind Durchschnittswerte… Und ein Durchschnittswert ist für manche statistische Aussagen massivst ungenau. Der Median liegt meist bei Eintrittspreis + 0,XX €. Der Großteil der Leute betrinkt sich nämlich nicht!

      Durchschnittswerte sind schlecht. Wieso? Es kommen 101 Gäste. 100 Gäste trinken etwas für 10,00 €. 1 Gast trinkt ne 15 Liter Pulle Champus, die 1000€ kostet… Daraus würde sich ein Durchschnitt von knapp 20,00 € ergeben und dies verzehrt die Wirklichkeit. Zumal der Luxusgast am nächsten Tag nicht kommt, und *ups* der Umsatz ist um 50% zurückgegangen, was ist da bloß passiert?

      Aber zurück zu den Einnahmen. 5000 Gäste = 110.000 € Einnahmen das ist fast um das doppelte zu hoch gegriffen. Zwischen 60.000-75.000 € erachte ich als realistischer. Und hier ist aber noch zusagen, dass dies ein Durchschnittswert ist. Im Sommer verdient ein Club nicht mal 20% vom Durchschnitt!! Die Fixkosten bleiben aber die gleichen (bis auf Getränkeeinsatz, der variert nach Bedarf)

      Personalkosten! Hier wurde zu hochgegriffen!

      brauchen wirste da minimum
      8 türsteher * 20 €/stunde * 160 = 25.600
      2 für abrechnung * 20 €/stunde * 100 (die werden wohl andere arbeitszeiten haben) = 4.000
      8 barleute * 12 €/stunde * 160 = 15.360
      3 kassenleute * 12 €/stunde * 160 = 5.760
      2 putzfrauen * 12 €/stunde * 50 = 1.200

      bei 400 Personen / Abend, braucht man max. 4 Securitys pro Abend, pro 100 Mann werden 1 Sec vorgeschrieben. Da ein normaler Discobesuch aber nicht schlagartig 400 Mann bringt, sondern eine gewisse Fluktuation mit sich bringt, sind max im Durschschnitt 300 Personen gleichzeitig da. Ergo benötigt man nur3 Securitys. 20,00 € ist zuviel. Es gibt viele Firmen die für ca. 17€ anbieten (gute sogar!)

      2 für Abrechnung? Pff, dass macht der Chef selber – 4000 € streichen

      8 Barleute, für durschnittlich 300 Personen die gleichzeitig da sind? Soll sich mein Personal um die Gäste prügeln? 4-5 reichen.

      3 kassenleute – weltfremd – 1 reicht

      2 putzfrauen – wenn nur max 300 personen gleichzeitig im club sind, und nach fluktuation im durchschnitt 400 am abend da waren, handelt es sich um einen club der max… MAX. 300qm hat, da braucht man nur 1 Putzfrau… und 12€ sind zu wenig… für eine ordentliche fachkraft zahlt man 15-18 €

      Meine korrigierte Rechnung für die Personalkosten:

      Security – 8.160 €
      Abrechnung – Null = Chefsache
      Barleute – 7.680 €
      Kassenleute – 1.920 €
      Putzfrauen – 1500-3000 € je nach Verschmutzungsgrad

      Was aber vergessen wird:
      Magaziner (Die Leute die die Getränke vom Lager zur Bar schaffen) pi mal daumen weitere 2000€
      Getränkeabräumer
      Hausmeister
      Steuerberater/Lohnbuchhaltung
      DJs (größter Kostenblock) jenachdem von mind. 5000€ bis 10.000€
      usw.

      Ich schätze den Personalaufwand auf ca… 30.000 € im Monat.

      Alkoholkosten: 7,00 € pro 0,7l Fl Wodka? Wollt ihr den Gast vergiften? Sorry, aber das ist so eine Milchmädchenrechnung! Mehr… viel mehr! Man schaut immer, dass der Getränkepreis ungefähr das 3-4fache des Einkaufswertes ist… Wenn man wie bei der ursprünglichen Rechnung mit 75.000€ Getränkeumsatz ausgegangen ist, dann müsste man also auch mit ca. 19.000-25.000 € an Kosten ins Kalkül nehmen und nicht lächerliche 11.400€.

      Werbung: 7000,00 € im Monat für einen kleinen 300-400 Mann Club? Halbiert die Zahl.

      15.000 € Miete? Wenn es sich um einen Club handelt, der um die 400 Mann im durchschnitt beherbert, dann dreht es sich bei diesem Club max. um eine 300qm Große Immobilie… Da sind je nach Lage, Region, Bundesland zwischen 5000 bis sogar 30.000 € möglich. Ich kenne eine 100qm Kneipe im Zentrum Nürnbergs, dass 5000 € im Monat Miete zahlt… Aber lassen wir der Einfachheithalber 15.000 € im Raum stehen.

      Okay….

      wo bleibt der Strom? Heizung? Warmwasser?
      wo bleiben die Versicherungen, die teilweise erheblich sind?
      und jetzt noch die GEMA… (http://verband-der-muenchner-kulturveranstalter.de/gemacalc/)
      300 qm – 192 Öffnungstage, 7€ Eintritt: 5.715,36 € insgesamt pro MONAT)

      So Kassensturz

      Milchmädchenrechnung:

      110.000 € einnahmen
      – 52.000 € personalkosten
      – 7.800 € alkohol
      – 3.600 € normalgetränke
      – 7.000 € werbung
      – 15.000 € miete u.ä.
      = 24.600 € gewinn.

      Eine realistischere Rechnung

      75.000€ Einnahmen
      -30.000€ Personal
      -19.000€ Getränkebedarf
      -3.500€ Werbung
      -15.000€ Miete

      =7.500€ übrig.

      Aber es muss noch Strom, Heizung, Versicherungen und letztendlich die Gema bezahlt werden… Die schlägt mit knapp 5.500 € (Neuer Tarif 2013) zur Buche… im Vergleich, der alte GEMA Tarif war 2012 bei den ganzen Daten nur knapp 627,00 € im Monat… (bei Jährlich Abrechnung sogar nur 522,00 €)

      2012 konnte der Discobesitzer einen Gewinn pro Monat um die 3000-4000 € sein eigen nennen, dass muss natürlich noch versteuert werden… Viel Spielraum für großartige Investitionen ist da leider nicht mehr…

      2013 hat er aber schlagartig 5000 € an Mehrkosten. Diese 5000 € entscheiden über Bankrott und Existenz.

      Sehr geehrter Herr (-th-) … Sie haben keine Ahnung über was Sie sprechen.

      • Tja, Ihre Rechnung belegt auch genau das, was ich sage:

        Für alle ist Geld da. Sogar 20€ pro Stunde für die Türsteher. Nur die Urheber sollen sich doch bitte gefälligst mit einem Almosen abspeisen lassen.
        Wenn ich ein Geschäft nicht gewinnbringend betreiben kann, ohne meine Lieferanten (in diesem Fall die Urheber) über den Tisch zu ziehen, dann sollte ich mal mein Geschäftsmodell überdenken.

        Die Musik ist und bleibt die Geschäftsgrundlage für Discos, Clubs usw. und dafür muss angemessen bezahlt werden und eben nicht mit 40€ pro Abend für eine Großraumdisse.

    • in der rechnung fehlen mindestens noch:
      – steuern auf eintrittsgelder. (vergnügungsst, ust, usw.)
      – bei den personalkosten fehlen die kosten für die sozialkasse. bei selbstständigen ist ein deutlich höherer studenlohn fällig
      – künstler/dj- gagen!!! & ggf. ksk (ja die gibt es auch noch)
      – technikkosten!!!
      – weiteres: z.B. investitionen, verbindlichkeiten

      ausserdem reden wir bei solchen betrieben von einem saisongeschäft. okt-apr. ist der laden voller. im sommer ist er meistens leerer. die winterspeck muss also für den sommer reichen. disko ist also ein großes wettspiel mit vielen faktoren und kann erstaunlich profitabel sein, aber muss es nicht. gerade wenn wie geplant ein einem rad übermäßig gedreht wird können über jahrzehnte aufgestellte finanzplanungen grundlegend über den haufen geworfen werden.

      – meine behauptung ausserdem: Für einen Club ist Suff, Gespräche und Gemeindschaft ein noch größerer Faktor als die Musik. Sieht übrigend das Finanzamt genauso. Ansonsten würden die Steuern nicht den kompletten Ust Satz betragen.

      • Ich weise nochmal darauf hin, dass diese Berechnung nicht von mir stammt und leider die einzig halbwegs schlüssige war, die ich finde konnte.

        Sie haben zwar recht, dass in der Rechnung Aspekte fehlen (ich habe auch nie behauptet, dass der Poster dieser Rechnung goldrichtig liegt), dennoch stehen alle diese Punkte nicht im direkten Zusammenhang mit der GEMA, sondern stellen unternehmerische Faktoren dar, auf die eben nur der Unternehmer Einfluss hat. Diese gegen die GEMA als “Zulieferer” auszuspielen, halte ich für kurios.

        Alleine der Unternehmer trägt die Verantwortung für das Wohl und Wehe seiner Unternehmung. Er ist nunmal selbständig, wie das auch die meisten Komponisten sind. Beide müssen kalkulieren und ihr Geschäftsmodell oder ihre Tätigkeit so gestalten, dass sie profitabel ist. Hier andere Kosten gegeneinander auszuspielen, bringt nichts. Denn auch die Urheber müssen Miete, Steuern und Lebensunterhalt bestreiten und diese Kosten decken. Eine Verantwortung bestünde nur dann, wenn beide Seiten Einfluss auf die unternehmerischen Entscheidungen des anderen hätten.
        Ein Unternehmer kann nunmal das unternehmerische Risiko nicht auf Dritte abwälzen.

        Das Kernproblem bei Diskussionen um die GEMA ist, dass es nunmal leichter ist, auf sie zu schimpfen, als sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

        Mal ein Beispiel:
        Ich kenne einen Laden, der sein Angebot auf zwei Etagen anbietet. In den saisonalbedingten ruhigeren Zeiten wird eine Etage im Wechsel geschlossen. Dadurch reduziert er die Kosten und kann seit über 20 Jahren sehr gut davon leben. Man muss halt sein Geschäft dem Markt und den aktuellen Bedingungen anpassen. Und das gilt in allen Bereichen. Diese Verantwortung kann einem Unternehmer keiner abnehmen.

  10. Zitat 1: “Sie unterstellen, ich würde es zu einseitig sehen, aber nicht, dass eben auch die Veranstalter und deren Interessenverbände nur daran interessiert sind, sich einseitig zu ihrem Vorteil zu äußern.”

    Zitat 2: “Und das, was DEHOGA und BDV von sich geben ist kein Lobbyistengeschwätz?”
    – Als Antwort auf: “Davon ab braucht man auch nur ein wenig recherchieren und erfährt, dass der Autor eigentlich nichts anderes macht, als mit GEMA-Propaganda das Netz zu fluten.”

    Sie geben also selbst zu, dass ihre Argumentation einseitig und lobbyistisch ist, und Ihre einzige Rechtfertigung dafür ist, dass die anderen das ja auch so machen? Danke, ich hab alles von Ihnen gehört, was ich hören muss.

    Ich möchte Ihnen hier nur noch Ihre größte und fatalste Fehlannahme vor Augen führen, und das ist Ihr Grundargument, dass die Komposition ja die grundlegendste und damit wichtigste Komponente eines Clubbesuchs sei. Sie sagen es ja selbst bei dem Zementvergleich:
    “Zement ist ein Rohstoff, die abgespielte Musik jedoch ein fertiges Produkt. Um in ihrem Bild zu bleiben: die Musik ist bereits der Ferienbungalow oder die Luxusvilla.”

    Das ist schlicht und einfach Usinn, und es ist sogar ganz besonders Unsinn im Hinblick auf Clubmusik, um die es ja hier zentral geht. Bei einem DJ-Set tritt die Komposition völlig in den Hintergrund. Viel entscheidender sind die Performance des DJs, dessen Montageleistung an den gespielten Tracks, die Soundanlage, das Ambiente des Clubs … Ihr Argument, ohne die Kompositon gäbe es ja gar keine Tanzveranstaltung, ließe sich genauso auf jeden anderen Bestandteil des Cluberlebnisses umsetzen: Ohne DJ würde Ihre Komposition niemand spielen. Ohne Interpreten wäre sie gar nicht erst entstanden. Ohne Soundanlage würde sie keiner hören. Ohne Location, Security und Technik würde die Vorstellung gar nicht erst stattfinden. Sich hier selbst als die Krone des Verwertungsprozesses hervorzuheben, ist ebenso unzutreffend wie anmaßend. Ich bin übrigens selbst Produzent und DJ, kenne daher beide Seiten und kann die Gewichtung da sicherlich besser einschätzen als zur Selbstüberschätzung neigendes reines Studiovolk.

    Dazu kommt noch das zweite große Problem: Sie mögen Komponist sein und von der GEMA-Neuregelung profitieren. Diejenigen Urheber, die tatsächlich in den Technoclubs gespielt werden, tun dies aber nicht, weil sie in der internen GEMA-Komponisteneinstufung viel zu weit unten stehen, wenn sie denn überhaupt GEMA-Mitglied sind. Die Zusatzennahmen kommen tatsächlich nur einer Minderheit von GEMA-Mitgliedern zugute (die durch das Tarifsystem sogar an Kompositionen von Nicht-GEMA-Mitgliedern verdienen), und das sind die eh schon besser verdienenden, die allerdings im Club-Kontext wiederum keine bedeutende Rolle spielen, sondern eher im Radio-, Tonträger- und Lizenzbereich. Clubmusik speist sich aus den Musikern, die im GEMA-Modell eh schon benachteiligt sind oder gar nicht stattfinden. Statt also diese Benachteiligung auszugleichen, wird sie noch verschärft dadurch, dass die Zusaztzeinnahmen aus der Musiksparte, die tatsächlich in den Clubs gespielt wird, eben nicht an die dazugehörigen Musiker geht, sondern an ganz andere. Das wirft natürlich den Verdacht auf, eine Minderheit der oberen GEMA-Mitglieder, die über die Tarife mitbestimmen, wollen nur ihre eigenen Einnahmen erhöhen und dafür einen Bereich abschöpfen, den sie gar nicht, onder nur in geringem Anteil, musikalisch bedienen. Das ist in der Verteilung einfach dermaßen viel im Argen, dass es Hohn für alle Clubmusiker und DJs ist, hier von irgendwie gerechterem Ausgleich zu reden.

    Übrigens: Da Sie sich ja so vehement um eine Rechtfertigung der 5-Stunden-Klausel drücken, mit der Begründung, dass die wohl eh nicht ernst gemeint ist, gleichzeitig aber behaupten, er gäbe Gründe, die dafür sprechen (außer dass Sie persönlich ohne entsprechende Gegenleistung mehr Geld daran verdienen würden – oder werden Ihre Kompositionen nach 5 Stunden plötzlich aus dem Nichts 50% besser?) würden mich doch die Argumente dafür interessieren. Dazu hatte nämlich noch niemand eine Idee, und offensichtlich sind auch GEMA-Lobbyisten wie Sie an dem Punkt etwas in Erklärungsnot. Was Sie hier als “Stärkung der Verhandlungsposition” deklarieren, könnte man nämlich wesentlich eher als “Erpressungsversuch eines Monopolisten” werten.

    Und ein letzter Nachtrag: Die gescheiterte Einigung mit youtube einseitig auf google abzuwälzen, ohne dafür irgendwelche Argumente zu liefern, klingt irgendwie auch eher eingeschnappt als differenziert. Auch wenn ich tatsächlich ebenso wie Sie eine Beteiligung von youtube an Verwertungsgesellschaftszahlungen befürworten würde (dafür müsste die GEMA aber auch erstmal ein brauchbares Modell vorlegen, was ich zumindest noch nirgends gesehen habe): Die Verhandlungen sind ja offensichtlich zum eindeutigen Nachteil der Nutzer gescheitert. Also haben da beide Parteien versagt. Zum Streiten gehören nämlich immer zwei. Oder hat Ihnen das im Kindergarten niemand beigebracht?

    • Sie verstehen anscheinend nur das, was Sie verstehen wollen.

      “Sie geben also selbst zu, dass ihre Argumentation einseitig und lobbyistisch ist, und Ihre einzige Rechtfertigung dafür ist, dass die anderen das ja auch so machen?”

      Das habe ich nicht gesagt, ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass scheinbar die Lobbyarbeit von DEHOGA und Co in der Wahrnehmung der meisten Menschen als “seriöse Fakten” hingenommen werden, während jede Berichterstattung, die auch die Sichtweise der GEMA aufzeigt sofort diffamiert wird.

      Ich profitiere in meinem Bereich übrigens nicht von den neuen Tarifen. Aber das spielt in der Diskussion auch überhaupt keine Rolle.

      Sie führen doch selber an, wie wichtig alle Beteiligten für das Gesamtergenis sind und sprechen im gleichen Zug den Musikurhebern ihren fairen Anteil daran ab? Interessante Logik.
      Die GEMA lizensiert über 1,5 Millionen Veranstaltungen im Jahr, von denen die Clubs und Diskotheken nur einen sehr kleinen Teil ausmachen. Die Tarifgestaltung muss also ausgewogen sein und darf nicht nur, wie aktuell, Diskotheken bevorzugen.

      Zur 5-Stunden-Regelung:
      Im Prinzip ist das nichts anderes, als das man sagt: Für 5 Stunden verlange ich für eine Leistung die Summe X und wenn du die Leistung länger in Anspruch nehmen willst, dann wird es teurer. So einfach ist das. Wer länger nutzt, generiert auch höhere Umsätze. In meinen Augen ist die Regelung überflüssig, aber eben der Gedanke dahinter nachvollziehbar.

      Ich finde es richtig putzig, dass Sie sich echauffieren, dass in der GEMA angeblich einige wenige nur profitieren, während sie das andersherum bei den großen Clubs und Diskotheken nicht stört.
      Ebensowenig, wie man es in der GEMA bei 64.000 Mitgliedern nicht allen recht machen kann, kann man es eben auch bei 1,5 Millionen Veranstaltungen allen recht machen.
      Übrigens profitieren die Großen Ihrer heißgeliebten Club-Szene ja scheinbar ganz gut an der GEMA oder warum sonst sind sie da Mitglied?

      Dass der aktuelle Verteilungsplan und das Pro-Verfahren reformierungsbedürftig sind, steht ausser Frage, aber da wird sich ja mit INKA wohl einiges tun. Und wie die Gelder verteilt werden, steht ja auch gar nicht zur Diskussion, das ist ein ganz anderes Thema.
      Dazu sei übrigens gesagt, dass die Verteilung schon viel gerechter wäre, wenn mehr Veranstalter Setlisten einreichen würden, aber das ist ja Arbeit ….

      Wenn euch in den Clubs die GEMA nicht passt, dann verzichtet doch auf diese Musik und nutzt nur noch GEMAfreie Werke.

      • Zur 5 Stunden-Regelung: die Argumentation ergibt doch mehr Sinn, wenn gesagt wird: Nach 5 Stunden werden Zahl x-neue Interpreten gespielt, deshalb der Aufschlag bzw. eine Neuberechnung.
        Zur Mitgliedschaft: Den “Großen” bleibt doch nicht viel übrig, wenn sie Platten veröffentlichen. In den Presswerken in Deutschland gehts nur mit Gema.
        Zum Argument “Geh doch nach drüben”: Der Veranstalter hat der Gema nachzuweisen, das DJ Hotte Köhler auch wirklich so heißt und in der Sackgasse 3, Hintertupfingen wohnt. Das mal ca. 100 gespielten Songs/6 Stunden ist doch ein nicht zu bewältigender Aufwand.

        • Das stimmt nicht, wir lassen nur ohne GEMA pressen, da die Musik auch GEMA frei ist.
          Ich bin kein grosser Freund der GEMA aber ich finde es gruselig, wie gut eine Hexenjagd in unserem Zeitalter funktionieren kann.

  11. Vorweg, ich bin kein GEMA Mitglied, noch Urheber, Musiker oder sonst wie in diesem Bereich tätig. Ich habe nichts mit Clubs, Diskotheken, Gastronomie oder sonst in irgendeiner Weise mit diesem Bereich zu tun.

    Aber ich bekomme seit Wochen das ganze „Gehetze“ und „Gejammer“ gegen die GEMA mit und verfolge das Ganze mit Interesse.

    Ich kann ja verstehen, dass sich die ganz großen Diskothekenbetreiber etc. gegen die neuen Tarife wehren wollen, denn wer zahlt schon freiwillig mehr. Aber sind wir doch mal ehrlich, es war doch vorabzusehen, dass eine Tarifanpassung kommen wird, zumal ja schon seit Jahren Verhandlungen darüber bestehen. Das man es nicht jedem recht machen kann ist auch ein Fakt. Egal in welchem Bereich, es wird immer jemanden geben dem das eine oder andere nicht passt.

    Diesmal sind es die Diskothekenbetreiber, denen der neue GEMA Tarif mehr Geld aus den Taschen ziehen will. OK, dass das Gemecker auf dieser Seite dann groß ist, verstehe ich ja noch. Bislang hatten sie eine gesonderte Stellung und wurden nur mit einem, in meinen Augen „Pipitarif“, bevorzugt behandelt, wohingegen jede Gaststätte etc. für Veranstaltungen höhere Gebühren zahlen musste. Da stellt sich mir die Frage warum? Musik und Publikum gibt es bei Beiden und in meinen Augen ist dies nicht gerecht.

    Der neue GEMA Tarif, stellt große wie kleine Veranstalter nun gleich. Dass die einen nun mehr und andere nun weniger zahlen müssen, war abzusehen.

    Aber muss man deswegen regelrechte Hetzkampagnen starten? Vor allem mit Unwahrheiten und Beleidigungen? Man muss ja nicht der gleichen Meinung sein, aber bevor man einen Artikel schreibt der nicht Handfest ist und/oder man sich vorher nicht informiert hat, bringt auch nichts, denn dann sollte man es lieber lassen. Ein tolles Beispiel, welches mir noch im Kopf geblieben ist: „GEMA 1000% Erhöhung, wollt ihr demnächst Eintrittsgelder von 45€-60€?“. Tja, dass sich die GEMA Gebühren erhöhen, sobald man die Eintrittsgelder erhöht, soweit hat man nicht gedacht. Und wie erklären sich die 1000%? Dazu habe ich in dem genannten Beitrag auch nichts gefunden. Und von diesen existieren unzählige. Auch in entsprechenden Diskussionsforen macht es kaum noch Spaß mitzulesen. Anstatt sachlich zu argumentieren lese ich nur noch Beleidigungen.

    Habt ihr euch mal gefragt, warum und für wen die neuen Tarife eigentlich sind? Sie sind für die Urheber der Musik, die ihr in Diskotheken hört. Ohne die Musik würden diese Läden gar nicht existieren. Und meint ihr nicht auch, dass die „Macher“ eben solcher nicht auch was bekommen sollen? Ihr geht ja auch nicht arbeiten, wenn ihr nicht dafür bezahlt werdet. Ihr seid auch in Gewerkschaften und geht streiken um eine Lohnerhöhung zu bekommen. Steht diese nach Jahren nicht auch mal den Urhebern zu? Denn genau dafür ist die GEMA da, um eben diese Gruppe zu vertreten und sich für sie einzusetzen und stark zu machen.

    Die GEMA fährt keine Gewinne ein, d.h. dass sie das ganze Geld was sie einnimmt (bis auf einen Bestimmten Anteil für Verwaltungskosten) an die Urheber auszahlt. Wie die Aufteilung genau erfolgt weiß ich nicht, aber bei etlichen Urhebern, fällt bestimmt nicht viel ab, zumindest nicht genug um allein davon leben zu können. Darüber macht sich keiner Gedanken, dass auch Urheber ihre Miete, Lebensmittel etc. zu zahlen haben.

    Ich lese immer nur: „Oh Hilfe, wir müssen jetzt soooo viel mehr an GEMA Gebühren zahlen“. Aber um das prozentual mal aufzuzeigen, wieviel das eigentlich von den tatsächlichen Einnahmen einer Veranstaltung her ist, das verrät keiner, denn dann müsste man ja zugeben, das dies gar nicht so viel im Verhältnis ist. Die Meisten Diskothekenbesucher sind bereit 7€ für ein Getränk auszugeben (wieviel % Gewinn macht das allein schon aus?), dann sind sie auch bereit 7,10€ auszugeben. Dadurch sind die Gema Gebühren in meinen Augen sehr schnell wieder drinnen und jenachdem wieviele Besucher an einem Abend an einer Veranstaltung teilnehmen, fährt die Diskothek sogar noch Gewinn davon ein.

    Auch dass immer wieder gesagt wird, dass dadurch einige Läden dicht machen, kann ich nicht mehr hören. Ja, es wird so sein! Aber das hat dann bestimmt nicht allein mit der Gebührenänderung zu tun, dann läuft der Laden von Grund auf sowieso nicht. Und dafür kann die GEMA nichts.

    Mein Fazit: Der Artikel hier ist in meinen Augen eine gute Quelle um sich objektiv eine Meinung zu bilden. Die neuen GEMA Tarife sind für alle Veranstalter nun gerecht geregelt, ob es dem einem passt oder nicht sei mal dahin gestellt. Und ich denke auf Seiten der Urheber ist diese neue Regelung auch ein Profit.

    Just my two cents

    Kk

    • der artikel ist eben nicht objektiv… wäre er objektive würde er auch gebührenunabhängige probleme mit der GEMA thematisieren… zb vereinsstrukturen, verteilungsschlüssel der einnahmen, gema-vorbehalt und fehlende freiheiten für mitglieder…

      • Ich muss doch schon bitten. Was haben Vereinsstrukturen und Verteilungsschlüssel in dieser Diskussion zu suchen? Das ist eine völlig andere Baustelle und zudem noch eine ziemlich komplexe. Allein mit dem Thema GEMA-Vermutung könnte man einen ähnlich langen Artikel füllen. Auch Wertung und Pro-Verfahren sind so komplex, dass man diese Themen nicht mal eben en passant in einen Artikel einflechten kann, der sich mit den neuen Tarifen beschäftigt.
        Es gibt eine Vielzahl interner Konfliktpunkte in der GEMA, aber diese sind eben ein Thema für sich, da sie die Mitglieder betreffen und nicht die Nutzer.

        • grundtenor dieses artikels ist ja das 10% von den einnahmen (allerdings nur im günstigstsen aller rechenbeispiele) ja wohl nur gerecht sind… und wenn man schon mit gerechtigkeit anfängt sollte man das thema aber auch bis zum ende durchexerzieren… und nicht beim einnehmen des geldes damit aufhören… sondern mal mindestens bis zum verteilen weitermachen…
          mag sein dass das nicht das thema des artikels sein soll… aber wenn man sich eben nur eine seite der “münze” ansieht ist der artikel eben auch nicht objektiv…

          • Die Verteilung kann nur dann 100%ig gerecht werden, wenn man von allen Veranstaltungen Playlisten hätte. Da das aber nicht möglich ist, muss eben der unbestimmte Teil anhand statistischer Verfahren verteilt werden. Oder haben Sie eine bessere Idee, wie man das machen könnte?
            Übrigens ist das umstrittene Pro-Verfahren seit gestern Geschichte und wird durch INKA ersetzt. Dieses neue Verfahren dürfte für mehr Verteilungsgerechtigkeit gerade für die Kleinen sorgen.

  12. Danke für die interessante “Gegendarstellung”.

    Es ist schon erschreckend wie leichtgläubig die meisten sind. Weil YouTube die halb-wahren Behauptungen gegen die GEMA oft genug wiederholt hat, glauben mittlerweile alle, die GEMA sei der Spaßverderber der Nation. Alle wollen Musik hören, aber keiner will dafür bezahlen.

  13. Man bekommt doch das gefühl nicht los, dass da viel zu viel Geld im Markt ist. Mal ehrlich so viele “Künstler” die durch die moderne Studiotechnik hervorgebracht werden hatten unser Eltern nicht. Die Leute regen sich zurecht auf. Die Qualität ist zu 90% lächerlich der Preis wird schnell mal 1600% in die Höhe getrieben. Das hat weder was mit Youtube etc. zu tun. Die Leute sind nicht bereit für ein und das selbe Produkt mehrmals zu zahlen! GEMA Gebühren auf Speichermedien, Drucker, Eintrittspreise Tonträger, dazu noch GEZ (Radio etc.) wann ist denn da mal Schluss? Der Protest ist absolut Gerechtfertigt!!!

    Ich habe schon die Hoffnung das jetzt einige Künstler die Gunst der Stunde nutzen und ihre Musik unter andere Lizenzen (nicht GEMA) veröffentlichen…

    Das Problem bei YouTube ist doch ein ganz anderes. Die GEMA vertritt die Künstler. YouTube hat keine Lizenz und zeigt deshalb keine Videos! Die Künstler die aber damit einverstanden sind, dass ihre Videos bei YouTube angesehen werden schauen in die Röhre! Sie haben die kompletten Verwerter-Rechte an die GEMA abgetreten! Tja so idt das entweder oder. Das ist nicht im Sinne der Künstler wie es die GEMA hinstellt! In Sonderfällen gibt es mittlerweile Einigungen aber die Norm ist das nicht…

    Seit über 13 Jahren höre ich mir an wie die Raubkopierer den Musikmarkt zerstören! Seit wann gibt es den Flatmodelle wie Spotify in Dtl? Denkt doch mal nach woran das gescheitert ist! Am GEMA Tarif! Sie waren bis 2011 nicht in der Lage einen “faire” Streaming Tarif anzubieten! Sie haben in Dtl die Lage der Musikindustrie mit zu Verantworten!

    Wer von euch besitzt ein Handy? Ja genau GEMA Gebühren und das nicht zu knapp! Touchdisplay und über 8GB intern verbauter Speicher machen da schnell mal 36€ Gebühren pro Gerät!!!! (Quelle: http://www.chip.de/news/GEMA-So-hoch-sind-die-Smartphone-Gebuehren_55133974.html )

    Tolles Geschäftsmodell! Sowas will ich auch, ein Produkt 100 mal vermarkten… Schade wenn man nur Bäcker geworde ist!

    • “Die Leute sind nicht bereit für ein und das selbe Produkt mehrmals zu zahlen!”

      Man merkt leider immer wieder, dass der Respekt vor geistigem Eigentum zu wünschen übrig lässt…
      Als ob ich beim Bäcker bei dem Kauf von 10 normalen Brötchen nur eines zahlen müsste, weil die im Grunde auch alle gleich sind….

      • ich denke dass, das beispiel eher so gemeint ist: ich gehe zum bäcker und zahle meine 10 brötchen. soweit gut und schön. auf dem weg nach hause komme ich an einen zweiten bäcker vorbei und dieser verlangt für meine bereits erworbenen brötchen, nochmals den kompletten preis….

        • Im Gegensatz zu einem Brötchen, das ich ja nur einmal essen kann, kann ich Musik von einem Tonträger jedoch beliebig oft nutzen und vervielfältigen.
          Darum zahlt man beim Kauf einer CD oder einer MP3 nur die Lizenz für die private Nutzung und muss eben dann Nutzungen, die über den privaten Rahmen hinausgehen, gesondert vergüten.

    • Also es gibt auf jeden Fall Bedarf was zu ändern. Gebühren auf Speichermedien finde ich auch persönlich eine dumme Idee.
      Aber wenn man sich auf den Streaming Markt beruft, dann hat man sich über die Gebühren wohl auch noch keine Gedanken gemacht. Fair ist was anderes.
      Lady Gaga hatte 2011 1Mio Streams und dafür 300 Pfund bekommen, für ein Jahr. Mal davon abgesehen, dass sie zu den glücklichen zäjhlt, die noch mit Musik gut Geld verdient, ist das Streaming ein Witz. Die Technik an sich finde ich sehr gut und sie wird sich auch durch setzen aber wie soll man von den Gebühren irgendwas von zahlen können? Aber das ist natürlich ein anderes Thema hier.

      • In der Tat. Das Problem ist schlicht un einfach, dass sich Musik kleinteiliger finaziert und refinanziert, als andere Waren. Viele können oder wollen das nicht einsehen.
        Würde man es so gestalten wollen, dass mit dem Verkauf von x% der CDs aus einer Auflage alle Kosten refinanziert und den Lebensunterhalt der Beteiligten berücksichtigt, würden CDs und auch Musikdownloads ein Vielfaches von dem kosten, was heute verlangt wird.

  14. Danke auch von mir. Sehr hilfreicher Blog-Artikel, besonders auch der Link zu cosmiq. Leider kamen in den meisten Kommentaren nur sehr dünne Argumente. Offenbar haben die Club-Betreiber keine besseren.

  15. @Jammer
    Dein Kommentar ist 100% off topic

  16. Sorry, aber wenn ein Artikel schon mit der absichtlichen Unschärfe anfängt, die GEMA würde 64000 Musiker vertreten, muss ich nicht weiterlesen.
    65% der Einnahmen der GEMA gingen 2011 an 2884 Urheber. Zieht man dann noch die unfassbar hohen Verwaltungskosten ab, die ebenfalls in die dreistellige Millionenzahl gehen, kann man die restlichen Musiker, deren Interessen angeblich vertreten werden, als billiges Stimmvieh betrachten (solange diese sich das halt gefallen lassen.)
    Fazit. Die GEMA ist ein Verein, der knapp 2900 Menschen in Deutschland reich macht, indem er mit einem merkwürdigen Monopolbegriff 80 Millionen Bürger beim Musikhören erpresst.

    Eine Diskussion um die GEMA muss grundsätzlicher sein, als ein paar unterschiedliche Auslegungen absurder Neu-Tarife zu besprechen.

    • Aber in diesem Artikel geht es nunmal um die neuen Tarife und nicht um andere Themen, die durchaus diskussionswürdig sind.
      Zudem kann man der GEMA nicht vorwerfen, was die Leute hören, also welche Werke tatsächlich häufig aufgeführt werden. Das bestimmen nunmal die Musikkonsumenten durch ihr Verhalten.
      Da ich mich in einer anderen Antwort schon mit diesem Thema befasst habe, würde ich gerne auf diese Antwort verweisen an dieser Stelle.

      Und mit Erpressung hat das nun rein gar nichts zu tun. Wer Musik nutzt, der zahlt und wer nicht, der zahlt eben nicht. Was ist daran Erpressung?
      Ein Monopol hat die GEMA übrigens nur, weil eben noch niemand eine weitere VG für Musikurheber gegründet hat. Da kann die GEMA ja nun nichts für.

      Auch kann die GEMA nichts dafür, wenn noch immer viele Bands einfach keine Musikfolgen einreichen. Wenn die GEMA nicht weiß, dass ein Werk aufgeführt wurde, kann sie auch keine Tantiemen dafür ausschütten. Die GEMA macht nunmal die “reich”, deren Werke auch tatsächlich aufgeführt werden. Alles andere wäre ja auch ein Unding. Oder warum sollte Komponist A, dessen Werke nur 100 mal im jahr aufgeführt wurden, besser bezahlt werden, als Komponist B mit 10.000 Aufführungen?
      Sie bekommen ja auch mehr Gehalt, wenn Sie 40 Stunden in der Woche arbeiten, als wenn Sie nur 10 Stunden arbeiten würden.

      Ebenso sind die Verwaltungskosten der GEMA mit ~15% im internationalen Vergleich absolut die Norm und wenn man bedenkt, dass alleine 1,5 Millionen Veranstaltungen im Jahr lizensiert werden müssen und dazu auch noch andere Musiknutzungen hinzukommen, dann ist das völlig akzeptabel.

      Natürlich wird man es bei 64.000 Mitgliedern nie allen recht machen können. Aber es steht ja auch jedem frei, sich in der GEMA entsprechend zu engagieren. Wobei hier ja das Phänomen zu beobachten ist, dass jene, die in der Öffentlichkeit medienwirksam den großen GEMA-Kritiker geben, sich dann, wenn sie als Delegierte bestimmt wurden, auf einmal nicht mehr blicken lassen.

  17. Interessant das gerade die “komplizierte verteilung” aus dem artikel herausgenommmen wurde… genauso wie die strukturen innerhalb der GEMA…
    im prinzip würde ich ihnen ja im großen und ganzen recht geben… natürlich sind es die urheber wert dass sie einen angemessenen anteil an dem umsatz der mit ihrer musik gemacht wird verdienen… tun sie aber nicht… hauen sie mich wenn ich mich bei den genauen zahlen täusche aber waren es nicht 65% des GEMA-umsatzes der an 5% der mitglieder ausgeschüttet werden?
    realsitisch gesehen… welche der interpreten die im großteil in der disco- und clubkultur gespielt werden befinden sich überhuapt hoch genug im verteilerschlüssel der GEMA um von den mehreinnahmen die vor allem durch deren musik generiert wird, angemessen zu profitieren? ein sven regner wird an diesen mehreinnahmen keinen großen anteil haben… ein dieter bohlen oder ralph siegel auch nicht… genausowenig komponisten von jingles…
    die GEMA sollte mehr ändern als nur ihre tarife…
    mein erster vorschlag: getrennte töpfe für airplay, konzerte und disco
    nächtster vorschlag: mehr freiheiten für die mitglieder der GEMA mit ihren werken zu machen was sie wollen… oder welche ihrer werke sie geschützt haben wollen und was sie unter zb creative commons veröffentlichen wollen… bei anderen verwertungsgesellschaft geht sowas zb…

    es stimmt tatsächlich… der discotarif ist von 1959… der rest aber auch… complete makeover bitte

    • Die “komlizierte Verteilung” wurde deshalb aus dem Artikel ausgeklammert, weil sie eben zu kompliziert ist und zudem nichts mit den Tarifen zu tun hat. Sie betrifft die Mitglieder und nicht die Nutzer. Da hier aber mit INKA jetzt ein neues Verfahren eingeführt wird, ist es müßig über alte Regelungen zu diskutieren.

      Aber um einmal kurz darauf einzugehen:

      Das Kernproblem bei der Verteilung ist die Zuordnung von Vergütungen, die nicht an Setlisten(Musikfolgen) gekoppelt sind. Vereinfacht gesagt: wie soll sie GEMA z.B. die Vergütung durch eine Discothek an die tatsächlichen Urheber auschütten, wenn sie nicht weiß, welche Werke aufgeführt wurden?
      Solange also nicht für wirkliche jede Veranstaltung oder Musiknutzung eine solche Liste vorliegt, muss man sich wohl oder übel einer statistischen Krücke bedienen, um die unzugeordneten Gelder zumindest ansatzweise gerecht verteilen zu können. Aktuell zieht man dazu eben die bekannten Nutzungen und Monitoring heran und rechnet diese statistisch hoch. Man geht halt davon aus, dass die Werke, die in den zugeordneten Bereichen häufig gespielt werden eben auch in denen ohne werksgenaue Zuordnung gespielt werden. Das ist ja auch nachvollziehbar, denn alles andere wäre reine Kaffeesatzleserei.

      Um hier nachhaltig Abhilfe zu schaffen, muss eben in allen Bereichen, wo das möglich ist, das Einreichen von Musikfolgen entweder verpflichtend oder begünstigt werden. Um auf das im Artikel aufgeführte Beispiel der Webradios zürückzukommen: Ein Webradiobetreiber zahlt also die Summe X für sein Webradio und wenn er die gerechte Verteilung durch Playlisten erleichtert, dann zahlt er eben X-Y%. Es muss also ein Anreiz geschaffen werden, Musikfolgen einzureichen oder eben die Verpflichtung dazu, wo es möglich ist.

      Aber selbst dann werden noch viele Bereiche bleiben, wo das einfach nicht machbar ist. Nehmen wir zum Beispiel eine Gaststätte. Mal läuft da das Radio und mal CDs. Hier Playlisten führen zu müssen, wäre einem Wirt nicht zuzumuten. Und auch diese Gelder müssen ja dann irgendwie vereilt werden und da bleiben dann eben nur noch statistische Verfahren.

      Noch gibt es nunmal keine verlässlichen Verfahren, um jede Nutzung automatisch zu erfassen. Die Ansätze von Shazam & Co sind zwar interessant, aber noch nicht ausgereift genug, um verlässlich z.B. im Discothekenbereich eingesetzt werden zu können.

      Auch wird sich daran, dass eine kleine Gruppe den Großteil der Einnahmen generiert, auch durch solche Verfahren und eine 100%ige Abdeckung mit Musikfolgen nicht so viel ändern. Auch dann wird es weiterhin bestimmte Urheber geben, die einfach häufiger und im größeren Rahmen gespielt werden.

      Würde man jetzt die Möglichkeit einführen, dass nicht nur wie bisher einzelne Sparten aus der Wahrnehmung herausgenommen werden können, sondern eben auch einzelne Werke, würde sich der Verwaltungsaufwand drastisch erhöhen, da nun nicht mehr nur geschaut werden müsste, ob ein Urheber in der GEMA ist, sondern eben auch, ob er eben dieses bestimmte Werk ausgeklammert hat. Ich muss ja nicht sagen, dass dieser Aufwand sich zwangsläufig in höheren Tarifen niederschalgen würde.
      Der Vorschlag, einzelne Werke ausklammern zu können, kam schon sehr oft, aber leider immer ohne wirklich konstruktive Vorschläge, wie man das praktisch umsetzen könnte.

      Es gibt wahrlich viel innerhalb der GEMA zu verändern, aber das müssen nunmal die Mitglieder anstossen.

      • naja aber dass das erfassbare, welches ja hauptsächlich aus format und schlager- und oldieradio stammt, wohl kaum relevant mit clubs und discotheken korrelieren wird… dafür braucht man nicht alle playlisten des landes… stimmt… da müssen andere instrumente her… die kann ich aber nicht entdecken… mir ehrlich gesagt auch kaum vorstellen dass die GEMA-vollmitglieder interesse daran haben… die wenigsten von ihnen würden davon profitieren… bei gaststättenbeschallung (abgesehen von viellicht spezielleren kneipen sehe ich da nicht das problem, da dort ja eh meist der selber einheitsbrei wie im radio… oder gar das radio selbst läuft…
        in diskotheken (den allermeisten zumindest) halt nicht…

        und auf veränderung zu warten die von selbst angestoßen werden… das kann dauern… diejenigen die vom jetztigen system profitieren sind ja auch die die entscheidungen treffen…

        • Das stimmt so nicht. Airplay und sonstige Aufführungen sind nur ein Teil dieses Verfahrens. Dazu kommt z.B. noch das Disco-Monitoring, wo eben genau das erfasst wird, was sie beklagen, das nicht stattfinde würde.
          Leider ist es nunmal der “Einheitsbrei” der am häufigsten in diesem Lande konsumiert wird – die Clubs und Diskotheken machen hiervon nur einen sehr kleinen Teil aus. Was konsumiert wird, bestimmt aber nicht GEMA, sondern eben der Verbraucher.

          “und auf veränderung zu warten die von selbst angestoßen werden… das kann dauern… diejenigen die vom jetztigen system profitieren sind ja auch die die entscheidungen treffen…”

          Wenn das so stimmen würde, wäre gestern bestimmt nicht das Pro-Verfahren abgeschafft und durch INKA ersetzt worden. Denn INKA wird gerade den Kleinen erhebliche Vorteile bringen. Mir scheint es, als würden Sie unreflektiert etwas nachplappern, was Sie mal irgendwo aufgeschnappt haben.
          Klar, es gibt noch einiges zu verändern, aber bei 64.000 Mitgliedern wir man es nie allen recht machen können.

      • Das Kernproblem bei der Verteilung ist die Zuordnung von Vergütungen, die nicht an Setlisten(Musikfolgen) gekoppelt sind. Vereinfacht gesagt: wie soll sie GEMA z.B. die Vergütung durch eine Discothek an die tatsächlichen Urheber auschütten, wenn sie nicht weiß, welche Werke aufgeführt wurden?

        Verständnisfrage: Müssen die Musikfolgen vor oder nach der Veranstaltung eingereicht werden?

        Aber selbst dann werden noch viele Bereiche bleiben, wo das einfach nicht machbar ist. Nehmen wir zum Beispiel eine Gaststätte. Mal läuft da das Radio und mal CDs. Hier Playlisten führen zu müssen, wäre einem Wirt nicht zuzumuten. Und auch diese Gelder müssen ja dann irgendwie vereilt werden und da bleiben dann eben nur noch statistische Verfahren.

        Verständnisfrage: der Gastwirt muss also Gema-Gebühren bezahlen, obwohl die Radiostation dies bereits getan hat?
        Und das Booklet einer (oder sogar mehrerer) CD(s) zu kopieren, sollte nicht allzu schwer sein. Abgesehen davon ging es dem Vorposter nicht um den Gastwirt sondern um den Clubbetreiber.

        Es gibt wahrlich viel innerhalb der GEMA zu verändern, aber das müssen nunmal die Mitglieder anstossen.

        Wenn denn alle Mitglieder gleiches Mitbestimmungsrecht hätten, würde sich sicherlich auch etwas zu Gunsten der Kleinen ändern. So aber entscheidet eine nicht – wie heißt es doch immer so schön: – demokratisch legitimierte Minderheit im Namen aller.

        Was ich abseits davon noch hinzufügen möchte, ohne einen extra Kommentar zu verfassen:
        Sie führen immer wieder gern an, dass die Urheber von ihrer Arbeit leben können müssen. Dieses Recht möchte ich ihnen auch nicht absprechen, jeder sollte von seiner Arbeit leben dürfen. Ich gehe schließlich auch arbeiten, um davon leben zu können. Der einzige Unterschied zwischen mir (und vielen anderen Arbeitern) und den Urhebern ist jedoch, dass ich kein Geld mehr bekomme, wenn ich aufhöre zu arbeiten. Vor allem als Selbstständiger (etwas anderes sind Urheber nicht) stoppt der Einnahmenfluss abrupt, sobald auch die Arbeit aufhört. Ein Urheber komponiert/arrangiert/textet einmal ein Lied und wird dafür ein Leben lang bezahlt. Wenn es dann mehrere Lieder werden, kann er ein Leben lang davon leben, ohne jemals auch wieder einen Finger krümmen zu müssen.

        Ich weiß, dass das weder etwas mit dem internen Verteilungsschlüssel, noch mit den Tarifen zu tun hat. Es soll lediglich einen Denkanstoß darstellen, warum sehr viele Leute der Gema generell kritisch gegenüberstehen. Und es ist nur ein Grund.

        Es gibt übrigens auch Menschen, die informierter sind, als der shitstormende Durchschnitt.

        Eine Bitte hätte ich noch: können Sie mir Links zu Erläuterungen des alten und des neuen Verteilungsverfahrens innerhalb der Gema geben? Ich würde mich dahingehend gerne weiter informieren. Von INKA habe ich nämlich bisher außerhalb des sübamerikanisch-mittelalterlichen Kontexts nichts gehört oder gelesen.

        • “Verständnisfrage: Müssen die Musikfolgen vor oder nach der Veranstaltung eingereicht werden?”

          In der Regel werden diese Musikfolgen nach der Veranstaltung eingereicht, aber bei festen Programmen, kann man das natürlich auch vorher tun.

          “Verständnisfrage: der Gastwirt muss also Gema-Gebühren bezahlen, obwohl die Radiostation dies bereits getan hat?”

          Ja, denn wie Sie so richtig sagen hat ja der Radiosender die vergütung gezahlt, um die Werke senden zu dürfen. Wenn der Wirt nun dieses Programm öffentlich in seinem Lokal aufführt, um seine Gäste bei Laune zu halten, dann muss er eben auch eine Pauschale zahlen. Der Radiosender hat ja nicht für alle anderen kommerziellen Nutzer mitbezahlt.

          “Und das Booklet einer (oder sogar mehrerer) CD(s) zu kopieren, sollte nicht allzu schwer sein.”

          Das ist auch nicht schwer, nur sagt das Booklet nichts darüber aus, wann welches Titel und wie oft aufgeführt wurde, was ja für eine Verteilung notwendig wäre. Er müsste also nicht nur das Booklet kopieren, um eine Playliste zu erstellen, sondern quasi genau Buch führen, welche Titel gespielt werden. Das ist einfach nicht realisierbar.

          “Wenn denn alle Mitglieder gleiches Mitbestimmungsrecht hätten, würde sich sicherlich auch etwas zu Gunsten der Kleinen ändern. So aber entscheidet eine nicht – wie heißt es doch immer so schön: – demokratisch legitimierte Minderheit im Namen aller.”

          Das kann man so nicht sagen. Volles Stimmrecht haben nur ordentliche Mitglieder. Ordentliches Mitglied wird man, wenn man viel aufgeführt/gespielt wird und gewisse Einnahmen generiert. Das heißt, dass jedes Mitglied ordentliches Mitglied werden kann, wenn es eben entsprechend erfolgreich ist. Da diese ordentlichen Mitglieder den Löwenanteil der Einnahmen generieren (~70%), werden sie majorisiert. Das ist völlig legitim und auch vom Gesetzgeber so gefordert. Hätten alle das gleiche Stimmrecht, dann könnten die angeschlossenen Mitglieder die ordentlichen dominieren und ob das von Vorteil wäre, wage ich zu bezweifeln. Bildlich gesprochen: Würden Sie sich in einer Firma wohlfühlen, wo der Hausmeister den Geschäftsführer überstimmen könnte?
          Übrigens wurden die Delegiertenzahlen erst kürzlich erhöht, so dass es wesentlich ausgewogener wurde.
          Die gestrige Abschaffung des Pro-Verfahrens zu gunsten von INKA, welches gerade die “Kleinen” stärkt, dürfte ein klares Signal dafür sein, dass allen Mitgliedern – auch den ordentlichen – an einer gerechten Verteilung gelegen ist.

          “Der einzige Unterschied zwischen mir (und vielen anderen Arbeitern) und den Urhebern ist jedoch, dass ich kein Geld mehr bekomme, wenn ich aufhöre zu arbeiten.”

          Das kann man so nicht stehen lassen, da wir hier über ganz andere Systeme reden. Während ein Arbeitnehmer einen Stundenlohn bekommt und ein anderer Selbstständiger für eine Ware oder eine Dienstleistung komplett bezahlt wird, ist es im Bereich der Urheber so, dass die Entlohnung in der Regel erst bei den Aufführungen ansetzt und hier eben nicht der erste Aufführende alles bezahlt, sondern das System eben auf eine kleinteilige Refinanzierung ausgelegt ist. Wäre dem nicht so, dann würde eine CD keine 15€ mehr kosten, sondern 150€ und mehr.
          Rechnet man übrigens die Zahlen der KSK herunter, so verdient der durchschnittliche Urheber im Schnitt 11.000 – 13.000 € im Jahr durch sein künstlerisches schaffen. Damit wären wir bei einem Stundenlohn von etwa 6€ brutto. Möchten Sie immer noch tauschen und finden, dass die Urheber bevorzugt werden?

          “Vor allem als Selbstständiger (etwas anderes sind Urheber nicht) stoppt der Einnahmenfluss abrupt, sobald auch die Arbeit aufhört.”

          Und beim Urheber stoppt der Einnahmefluss, sobald ein Werk nicht mehr aufgeführt oder vervielfältigt wird. Nochmal, die Urheber leben von Aufführungen und Verfielfältigungen ihrer Werke. Das bedeutet, dass ein Urheber – im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer – nie weiss, was er daran verdienen wird. Wird das Werk nicht aufgeführt oder vervielfältigt, hat der Urheber Pech gehabt. Ein selbstständiger Dienstleister, der eine Leistung erbracht hat, wird dafür bezahlt. Der Urheber jedoch erst, wenn das Ergebnis seiner Arbeitsleistung auch möglichst oft aufgeführt wird … und das eben auch nur kleinteilig.

          Ein Urheber komponiert/arrangiert/textet einmal ein Lied und wird dafür ein Leben lang bezahlt.

          Nur wenn sein Lied so toll ist, dass es auch in 30 Jahren noch sehr häufig aufgeführt und vervielfältigt wird. Wird das Lied nie aufgeführt oder vervielfältigt sieht er keinen Cent. So einfach ist das. Entschuldigen Sie, wenn ich jetzt mal knallhart sagen muss, dass Ihre Äußerungen zu dieser Thematik vor Unkenntnis nur so strotzen.

          Mal ein kleines Beispiel (stark vereinfacht):
          Auf einem Konzert mit 26 Liedern wird ein Werk von Urheber Mustermann gespielt. Bei dem Konzert sind 200 Besucher und pro Karte wurden 15€ verlangt.
          Anhand der Bruttoeinnahmen von 3000€ ergibt sich für 2012 nach dem Tarif U-K eine GEMA-Vergütung von 120€ fällig. Bei einer Nettoeinzelverrechnung (der günstigste Fall, der hier aber nur dann greifen würde, wenn 80% der aufgeführten Werke von nur einem Urheber stammen würden) bleiben somit nach Abzug von 15% Verwaltungskosten 102€, die an die beteiligten Urheber der 26 Werke verteilt werden können. Also 3.92€ pro Titel, die dann anteilig auf Komponist, Textdichter und Verlag aufgeteilt werden. Von den 3.92€ gingen 1.60€ an den Komponisten, 0,96€ an den Textdichter und der Rest an den Verleger.
          Im Idealfall wären also 3 solcher Veranstaltungen nötig, um eine Arbeitsstunde zu finanzieren. Dabei ist dieses Beispiel nun auch noch sehr stark reduziert.
          Bei den Pauschalvergütungen ohne Musikfolgen sind die Einnahmen des Urhebers natürlich noch um ein Vielfaches geringer.

          Na, noch immer feuchte Augen?

  18. [...] AW: Gema 2013 /* */ Mal ein anderer Artikel zum Thema http://www.mtmediaportal.de/die-neue…hon-gejammert/ [...]

  19. Mein Problem mit der Gema ist ihre Beschaffenheit als private Firma, die eigentlich in ihrer Monoplstellung nur einer Behörde unterstellt ist. Diese Organisation müsste wirklich stärker in den Staat integriert werden.

    • Die GEMA hat nur deshalb eine Monopolstellung inne, weil noch niemand anderes eine entsprechende VG gegründet hat. Übrigens haben die meisten Länder nur eine VG für musikalische Aufführungsrechte, das ist also nichts besonderes.
      Mal im Ernst: Sie wollen wirklich eine staatliche GEMA, wo dann nicht mehr die Urheber entscheiden, sondern irgendwelche Beamte? Das möchte ich bestimmt nicht sehen in diesem Land.
      Übrigens wird die GEMA von staatlicher Seite durch das Deutsche Patent und Markenamt überwacht. Wieviel mehr Staat darf es denn sein?

  20. Nun gut, dann mach ich mal eine Ausnahme, auch wenn’s mir recht schwer fällt. Ich kann und will Ihren einsichtigen Artikel einfach nicht so stehen lassen.

    Da ich mich schon länger mit dem Thema GEMA beschäftige, geht es mir persönlich im Moment nur bedingt um das neue Tarifmodell, als vielmehr um das Verteilungssystem – das PRO-Verfahren. Man sollte auch nicht vergessen, dass das Problem GEMA viel komplexer ist, als manche glauben. Da kann man nicht einfach mal schnell ein neues Tarifmodell einführen (bei dem es sowieso nur größtenteils um die Tarife und dessen Inkasso bezüglich der Gastronomie geht), OHNE dabei die komplett verschiedenen Gegebenheiten zwischen Früher und Heute in der Musikindustrie mit einzubeziehen.
    An dieser Stelle will ich auch mal ganz klar sagen, dass Ellen lange Kommentare wie von kk z.B., die (überspitzt formuliert) darauf basieren, sich mal ‘ne Stunde mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben, recht nutzlos sind – da eben nur oberflächlich. Nur meine Meinung.

    Anyway, Sie selbst sind ja offenbar im Bereich Liedermacher/Komponisten tätig. Davon ALLEINE lässt sich Heute kaum noch vernünftig Leben – wenn’s überhaupt je der Fall war, dann allenfalls vor 30-50 Jahren. Was denken sie denn, warum Bands wie ToTo, Journey, Foreigner oder Ratt mittlerweile in einen Club hinein passen? Das sind/waren Bands, die früher Stadien gefüllt haben, aber Heute nunmal bei weitem nicht mehr die Anzahl an Fans anziehen/haben, die sie mal hatten. Man sollte sich schon überlegen, ob man seinem Genre treu bleibt, und dafür ggf. – wie in diesem Fall – Abstriche beim Geld machen muss und dies somit nur als Nebeneinkunft betreibt, oder ob man z.B. als Bassist von Classic Rock nach Jazz wechselt und wie z.B. bei Jamiroquai ein Haufen Schotter verdient. Zitat von Dr.Dre:“You never know when you gona fall off”
    Und da das PRO-Verfahren nunmal Musiker in Bereichen wie Volksmusik, Liedermacher, Komponisten und Typen wie Bohlen – also insgesamt Typ-A-Komponisten – bevorzugt und somit ein Finanzierungsumverteilungssystem ermöglicht, das seines Gleichen sucht, hat die GEMA in Zukunft ein deutlich großes Problem mit den anderen Musikern von Bereichen wie Electronic, HipHop, u.s.w. u.s.f. – also mit der Maße/außerordentliche GEMA-Mitglieder. Glauben Sie im Ernst, dass Volksmusik oder dergleichen im Großteil der Diskotheken gespielt wird? Natürlich glauben Sie das nicht – allenfalls in Bierzelten und änlichem. Der Großteil der Radios? Natürlich auch nicht! Der Großteil der Musik dürfte wohl zwischen Rock, HipHop, Pop und Electronic liegen, wobei heutiger Pop gefühlt zu 80% aus Synthesizer- und Drumcomputerklängen besteht – also ebenfalls Electronic. Man ahnt also, es hängt alles in irgendeiner Form zusammen und ist komplexer als gedacht. Die GEMA gehört eigtl. komplett reformiert samt ordentlicher Transparenz – nicht nur die GEMA, auch das Urheberrecht!

    Nur weil man sich entscheidet, Musik zu produzieren, hat man noch lange kein Anrecht darauf, mit aller Gewalt Geld bei den Bürgern einzutreiben um davon zu leben. Und heute schimpft sich ja mittlerweile jeder als Musiker, der einen PC mit Soundkarte und Musik-Editor bedienen kann. Und genau das ist z.B. ein weiteres Problem der Marktübersättigung in der Musikindustrie und dessen “Qualität”. Jeder DJ, der schon mal auf decks.de, oder noch VIEL schlimmer bei Digital-Vertrieben wie Beatport, nach qualitativ guter Musik gesucht hat, wird bestätigen können, das man da locker mal ein Paar Stunden oder teilweise Tage einplanen muss. Da wird ein Cover/Bastardpop-Track nach dem anderen gelistet, weil man selbst nicht im Stande ist, was eigenes einzuspielen. Und wenn die Harmonie jenseits von Gut und Böse ist, dann kann man immer noch eine Bassdrum samt monotoner Bassline fünf Minuten laufen lassen und behaupten, “das gehört so, nennt sich minimal WasAuchImmer”. Da wundert es mich dann auch nicht mehr, wenn Beatport bei ihrer Label-Datenbank ausmistet und als Kriterium 500.-EUR Einnahmen pro Quartal verlangt, um letztendlich das Problem noch zu verschlimmern – damit noch viel mehr Scheiße den Markt zumüllt. Mir persönlich ist es egal, da der Markt das regeln würde, und qualitativ schlechte Stücke würden halt kaum funktionieren. Das funktioniert bei Rock oder Jazz – wo man meist Instrumente Spielen können muss – natürlich nicht, da ist die Qualität genau deshalb schon allgemein höher. Wenn man dann auch noch als solcher der GEMA beitritt, in der Hoffnung, dass die GEMA das schon regelt und jeden und alles verklagt, stellen sich mir die Fußnägel hoch. Und ich meine mit qualitativ schlecht ebenfalls Dieter Bohlen’s Casting-Opfer! Apropos Dieter Bohlen: Dass er vor längerem mal behauptet hat, man solle das Filesharing unserer Kinder nicht so ernst nehmen und die kriminelle Ecke rücken etc, liegt wohl daran, dass er u.a. von dem PRO-Verfahren und dessen Finanzierungsumverteilungssystem profitiert. Und seine geistigen Ergüße werden von Ihm ja auch nicht frei im Netz angeboten.

    Zu Ihren Zitaten:

    “Es kann nicht sein…”

    …was nicht sein darf? Diesen Spruch kenne ich irgendwoher.

    “…dass diejenigen, die die Existenzgrundlage liefern mit lächerlichen 1,3% abgespeist werden. Um das zu verdeutlichen: Kein Lieferant würde eine Ware für einen Einkaufspreis von 1.-€ abgeben, wenn der Kunde diese dann für 100.-€ weiterverkauft. Das käme unternehmerischem Selbstmord gleich.”

    Musik ist nicht etwas, was man materiell gebraucht, sondern was man akustisch und emotional genießt (was Sie mit Ihrem nächsten Zitat richtig erkannt haben). Wenn ich mir ein Album kaufe, dann bekomme ich es meist in Form einer CD oder Vinyl. Wenn ich es als Download kaufe, zahle ich meist Horror-Preise und bekomme? Richtig, nichts als Bits u. Bytes, kein Medium, kein Cover, nichts! Und dafür 15.- EUR?! Das soll wohl ein Scherz sein, oder?!

    Zurück zum Thema. Frage: Was wären Sie bereit, für das einmalige anhören eines Songs Ihres Lieblingskünstlers zu zahlen, den Sie selbst schon auf CD besitzen? Logisch, nichts! Schließlich besitzen Sie diesen selbst schon auf CD. Und selbst wenn Sie diesen nicht schon besitzen würden, käme dies einer Werbung oder Probehörens gleich. Oder was denken Sie, wie Promotion in der Musikindustrie funktioniert? Früher wurde man als DJ mit Promotion-Vinyls bemustert (heute wohl eher CDs u. MP3s), um diese ggf. im Club/Disko zu spielen, also nichts anderes als Promotion – auf deutsch, Werbung! Ihre Behauptung, kein Lieferant würde eine Ware für einen Einkaufspreis von 1.-€ abgeben, wenn der Kunde diese dann für 100.-€ weiterverkauft, ist somit absoluter Nonsense! Denn bezogen auf Clubs, Diskotheken und Party-Veranstaltungen ist es nunmal so, dass man als Gast ein Lied eines Künstlers einmal am Abend hört, mehr nicht! Man bekommt weder auf dieser Veranstaltung alle gespielten Songs auf CD mit nach Hause, noch als Download-Links! Damit behaupte ich nicht, dass Musik in Clubs etc. nichts wert wäre, im Gegenteil! Aber bitte im angemessenen Rahmen. Eine Frage bezüglich der neuen Tarife: Wieso wird für Diskothekenbetreiber der Tarif erhöht, während man bei den Anderen – die schon immer mehr bezahlt haben – einfach eine Senkung vornehmen könnte??? Die Pauschalabgaben bezüglich Hardware haben das um’s Hundertfache bereits wieder ausgeglichen.

    “Dass natürlich eine immaterielle Ware wie Musik etwas anders bewertet werden muss, erschließt sich auch, jedoch muss der Preis der Bedeutung der Ware für das Geschäftsmodell gerecht werden”

    Richtig – wieso also zum Teufel eine Erhöhung, anstatt für die anderen eine Senkung/Angleichung?

    “Ich profitiere in meinem Bereich übrigens nicht von den neuen Tarifen. Aber das spielt in der Diskussion auch überhaupt keine Rolle.”

    Natürlich hat das neue Tarifmodell scheinbar wenig mit Ihrem Bereich zu tun und es hat wohl auch einen Grund, warum das für SIE keine Rolle spielt, siehe Finanzierungsumverteilungssystem alias PRO-Verfahren oder Typ-A-Komponist vs. Typ-B-Komponist.

    “Und wie die Gelder verteilt werden, steht ja auch gar nicht zur Diskussion, das ist ein ganz anderes Thema.”

    Das ist aber das, was vor Allem schon längst zur Diskussion stehen sollte – siehe weiter Oben.

    “Dass der aktuelle Verteilungsplan und das Pro-Verfahren reformierungsbedürftig sind, steht ausser Frage, aber da wird sich ja mit INKA wohl einiges tun.”

    Das PRO-Verfahren gibt es schon seit min. 1998 und es wurde damals schon kritisiert und darauf hingewiesen, u.a. sogar vom Architekten der GEMA und Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Erich Schulze! Was hat sich in den 14 Jahren seitdem geändert? Richtig, rein garnichts!

    “Dazu sei übrigens gesagt, dass die Verteilung schon viel gerechter wäre, wenn mehr Veranstalter Setlisten einreichen würden, aber das ist ja Arbeit ….”

    Genau, und zwar verdammt viel Arbeit, teilweise sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Und genau das ist u.a. auch eines Ihrer Probleme, dass Sie es entweder nicht verstehen oder aber sich noch nicht mit der Problematik beschäftigt haben! Wenn man beispielsweise bei einer Veranstaltung ausschließlich GEMA-Freie Musik vorführt, gilt die Beweislastumkehr. Und damit nicht genug, man muss außer den Interpreten und dessen Titel auch noch den Realnamen mit anfügen, was im Bereich der Electronic-Musik wegen Pseudonymen sehr oft unmöglich ist überhaupt heraus zu finden. Daher lohnt es sich auch nicht GEMA-freie Veranstaltungen zu führen, da können Creative-Commons-Künstler Ihnen im wahrsten Sinne ein Lied von singen. Und damit nicht genug, man wird auch noch als CC-Artist von der GEMA betrogen, da sie auf Veranstaltungen, auf denen CC-Musik läuft, dafür abkassiert und logischer Weise das Geld einbehält! Man wäre also dazu gezwungen, sich der GEMA anzuschließen, um an dieses Geld zu kommen!

    “Wenn euch in den Clubs die GEMA nicht passt, dann verzichtet doch auf diese Musik und nutzt nur noch GEMAfreie Werke.”

    Das klingt jetzt irgendwie wie ein bockiges Kind, das verzweifelt nach weiteren, nicht auffindbaren Argumenten sucht. Viele Werke sind heut zu Tage ja schon nicht mehr bei der GEMA angemeldet, aber trotzdem wird dafür fleißig abkassiert (siehe auch Antwort bezüglich Setlisten)!

    “Übrigens profitieren die Großen Ihrer heißgeliebten Club-Szene ja scheinbar ganz gut an der GEMA oder warum sonst sind sie da Mitglied?”

    Wenn ein sogenannter David Guetta als DJ bei einem Gig für ein “paar” Stunden mal schnell 250.000 einsackt, dann finde ich das auch nicht mehr witzig – ist aber das Problem des Veranstalters und nicht meines. Und vor Allem beweist es, dass man heute nicht mehr auf den Verkauf von Musik angewiesen ist, sondern wie jeder andere Bürger gefälligst für sein Geld arbeiten sollte. Also demnach auf Tour gehen (ob als Band oder DJ), was wiederum dazu beitragen würde, das (oben bereits beschriebene) Problem der Markübersättigung und deren teils schlechte Qualität zu beseitigen. Von mir würde Guetta je nach Größe der Veranstaltung HÖCHSTENS 20 – 40.000 bekommen, falls er’s nicht annehmen sollte, dann soll er da bleiben, wo der “Mainstream wächst”. Und dass solche Leute wegen ihres Labels bei der GEMA versteckt angemeldet werden, steht auf einem anderen Blatt. Oder was denken Sie denn, warum Major-Labels kaum Leute signen, die ihre Musikstücke bereits selbst schützen haben lassen? Könnte daran liegen, dass das Label den Künstler dann umso schwerer ausbeuten kann! Und hier spreche ich aus Erfahrung, wenn’s um’s ausbeuten seitens der Labels geht!

    Im Großen und Ganzen kann man also glaube ich schon behaupten, dass wegen der neuen Möglichkeiten durch Computer (da jeder in der Lage ist Musik zu produzieren, ohne auch nur EIN Instrument spielen zu können), der Markt schwieriger, übersättigter und gnadenloser geworden ist. Es ist dank Melodyne’s DNA-Verfahren (Direct Note Access) heute schon möglich, einen WAV-Schnippsel aus einem Orchesterstück analysieren zu lassen, um an die gespielten Noten eines Akkords (als MIDI-Format) zu gelangen.
    Somit dürfte das Korrektiv dazu wohl anfangs die Piraterie und später eine Angleichung des Systems sein. Und das dürfte wohl auch im Moment noch alteingesessenen Greisen und Major-Labels überhaupt nicht schmecken, da man auf kurz oder lang nicht mehr von den ehemaligen Lorbeeren Geld ziehen wird können. Aber das ist ein Prozess, der sich dank diesen Herren noch weit länger hinziehen dürfte, als nur die nächsten zwei bis drei Jahre.

    “Zement ist ein Rohstoff, die abgespielte Musik jedoch ein fertiges Produkt.”

    Richtig!

    “…die Musik ist bereits der Ferienbungalow oder die Luxusvilla. Der Vergleich mit dem Autoradio ist gar nicht mal so schlecht…”

    Sorry, aber diese Vergleiche sind beide etwas merkwürdig, auch wenn sie nicht von Ihnen stammen.

    “…das Autoradio ist Teil des Komplettpakets PKW, so wie die Musik Teil des Komplettpakets Disco ist. Jedoch der entscheidende Unterschied ist: der PKW fährt auch ohne Autoradio, aber das Geschäftsmodell Discothek wird ohne Musik nicht funktionionieren.”

    Stimmt! Dank GEMA’s Beweislastumkehr kann eine Diskothek nicht einmal CC-Only-Musik vorführen. Außerdem ist Musik ein alleinstehendes Produkt, immateriell als Daten, oder materiell als CD/Vinyl und nicht Teil von Clubs oder was auch immer. Oder kaufen Sie sich Ihre CDs in Clubs oder Diskotheken? Und ja, ohne Musik funktioniert natürlich das Geschäftsmodell “Diskothek” nicht, allerdings funktioniert das Geschäftsmodell GEMA ebenso wenig ohne Musik/Musiker/User. Und genau das ändert sich im Moment und wird sich noch weiter drastisch ändern. Und ja, ich sehe die GEMA als Geschäftsmodell, entgegen anders lautender Meinungen. Wenn man sich mal zusammenrechnet, wieviel die GEMA per Pauschalabgaben bezüglich Hardware jeglicher Art einnimmt, wird einem ganz anders. Schon alleine pro Smartphone erzielt die GEMA 36.-EUR, was 2011 bei 11,8 Millionen verkaufter Smarphones eine stolze Summe von +- 40Millionen ca. 400 Millionen macht. Das sind immense Einnahmen aus neuartigen Geräten – und jetzt wollen die noch die Veranstalter-Tarife erhöhen? Was kommt als nächstes – Pauschalabgaben auf Musikinstrumente?

    Zu Ihren Zitaten, ende.

    Noch was anderes: Können Sie sich vorstellen, warum so viele A- und B-Promis mit allen erdenklichen Mitteln dafür kämpfen, dass sich am bestehenden Urhebersystem nichts ändert? Siehe z.B. den offenen Brief des Bundesverband Musikindustrie an BK’in Merkel oder der ebenfalls offene Brief zum Tag des Geistigen Eigentums (2008) an BK’in Merkel. Eine gewisse Charlotte Roche oder Yvonne Catterfeld würde es wohl niemals verkraften, sich beim Arbeitsamt anmelden zu müssen, um einen gewöhnlichen Job zu suchen. Einen Job würden die dank Promi-Status zwar ohne Probleme finden, aber die würden das als Demütigung und Herabstufung empfinden, glauben Sie mir! Und Zeitungen wie die BILD, würde noch ihr Restliches dazu tun. Deshalb versuchen sie auch ihre Pfründe mit allen Mitteln zu sichern. Respekt vor Leuten wie Sabrina Setlur, die sich erhobenen Hauptes und ohne Probleme mal eben einen “normalen” Job suchte, weil’s mit Karriere nicht mehr so klappte.

    Und um Ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Mit dem Beispiel von Charlotte Roche will ich hier nicht behaupten, man sollte Bücher frei zum Downoad anbieten. Denn Schriftsteller können, anders als Musiker, nicht mal schnell auf Tour gehen, zumal Bücher nicht zum akustischen und emotionalen Genuß beitragen, sondern zum Großteil Wissen und Bildung fördern. Wenn auch im Fall Charlotte Roche nicht gerade von Wissens- und Bildungsförderung die Rede sein kann – wohl eher unter der Rubrik Unterhaltung. Und wenn man sich mal mit eBook-Piraterie beschäftigt, wird sehr schnell klar, dass sich eBooks weitaus schwieriger “umsonst” finden lassen, als Musik, und das ist auch gut so.

    Und NOCH was Anderes: Wenn ich Dinge lesen muss wie “Künstler fordern mehr deutsche Musik im Radio”, dann wird mir schlecht! Am besten diktieren wir dem Volk, was es zu hören und zu kaufen hat, dann klappt’s auch mit der GEMA und deren PRO-Verfahren, gell?

    Wie schon erwähnt, es hängt alles irgendwie miteinander zusammen, daher würde man sich die Finger wundschreiben, dies alles hier mit aufzuführen. Und: Es braucht schon ‘ne Menge Dreistigkeit, um das Vorgehen der GEMA heut zu Tage noch als legitim, fair und richtig einzustufen.

    Habe fertig, cheers,

    fox

    P.S. Damit’s auch mal bei manchen Leuten mit dem “Tellerrand” klappt: http://www.musiker-online.de/GEMA-und-GVL.gema.0.html
    Und zum Glück haben wir noch nicht 2013, sonst würde ich mir jetzt jegliche Zitate und den Link, dank des neuen Leistungsschutzrechts, verkneifen.

    Nur meine unbedeutende Meinung dazu!

    • Sie haben da einige Denkfehler in Ihren Ausführungen.
      Auf die Ausführungen zum Pro-Verfahren werde ich nicht eingehen, da das Pro-Verfahren abgeschafft und durch INKA ersetzt wurde. Damit ist das wohl obsolet – Thema des Artikels war es ohnehin nie.

      “Nur weil man sich entscheidet, Musik zu produzieren, hat man noch lange kein Anrecht darauf, mit aller Gewalt Geld bei den Bürgern einzutreiben um davon zu leben.”

      Nicht mit aller Gewalt, nur dann, wenn die Musik auch genutzt wird. So einfach ist das. Wenn ein anderer mein Produkt, was auch immer es sein mag, haben will, dann soll er auch dafür bezahlen. Es steht ja jedem frei, seine Werke kostenlos unters Volk zu bringen.

      “Zurück zum Thema. Frage: Was wären Sie bereit, für das einmalige anhören eines Songs Ihres Lieblingskünstlers zu zahlen, den Sie selbst schon auf CD besitzen? Logisch, nichts!”

      Es kommt auf den Rahmen an. Wer die Musik kommerziell nutzt, um seinen Club oder seine Disco voll zu bekommen, der soll diese kommerzielle Nutzung auch vergüten, da gibt es gar nichts dran zu deuteln. Sie müssten doch wissen, dass wir im Musikbereich nicht von Produkten, sondern von Lizenzen reden.

      “Richtig – wieso also zum Teufel eine Erhöhung, anstatt für die anderen eine Senkung/Angleichung?”

      Senkung? Aktuell zahlt eine Disco zwischen 30 und 70€ pro Abend an die GEMA, das ist lächerlich wenig für ein Geschäftsmodell, das auf Musik basiert. Jeder andere Veranstalter zahlt schon heute mehr.

      “Wieso wird für Diskothekenbetreiber der Tarif erhöht, während man bei den Anderen – die schon immer mehr bezahlt haben – einfach eine Senkung vornehmen könnte???”

      Ganz einfach: Die Discotheken profitieren noch immer von einem Einführungstarif aus dem jahre 1959. Seitdem sind alle Lebenshaltungskosten etc. gestiegen. Jeder soll seine Preise an die aktuelle Lage anpassen dürfen, nur die Musikurheber nicht?

      “Dank GEMA’s Beweislastumkehr kann eine Diskothek nicht einmal CC-Only-Musik vorführen.”

      Auch CC-Musik ist nicht für lau zu haben. Viele Autoren, die unter CC-Lizenzen veröffentlichen, schließen ausdrücklich die kommerzielle Nutzung aus und möchten diese eben auch vergütet haben. Ich möchte nicht wissen, in wievielen Clubs das berücksichtigt und die Urheber entlohnt werden?

      “Und vor Allem beweist es, dass man heute nicht mehr auf den Verkauf von Musik angewiesen ist, sondern wie jeder andere Bürger gefälligst für sein Geld arbeiten sollte. Also demnach auf Tour gehen (ob als Band oder DJ)”

      Dieses Statement zeugt von ihrem doch sehr engen Horizont. Das Gros der Komponisten/Textdichter ist eben nicht auch selber Interpret und kann mal eben auf Tour gehen. Wie wäre es mal über den Tellerrand ihrer heißgeliebten Clubszene hinauszublicken?

      Es gäbe noch so einiges an Ihren Ausführungen zu monieren und zu korrigieren – angefangen bei den Abgaben auf Speichermedien etc., für die nunmal nicht die GEMA, sondern die ZPÜ verantwortlich ist und dadurch eben alle deutschen Verwertungsgesellschaften. Ich will es aber bei diesen Punkten belassen.

  21. Hier fehlt es sehr an Zahlen, und das am Ende der Streitpunkt ist, möchte ich nur gerne eine kleine Musterrechnung aus dem alltäglichen Geschäft eines mittelgroßen Klubbetreibers anfügen, der eigene Konzerte veranstaltet.
    Alle Zahlen (gerundet) sind natürlich nur Beispiele, aber sehr nahe an der Realität.

    Ticketpreis: 20 €
    Ticketverkauf: 800 Stück
    Einnahmen brutto: 16.000 €
    Einnahmen netto: 14.953 €

    Gage Band (60%): 8.972 €
    KSK (3,9%): 350 €
    Catering + Getränke: 400 €
    Hotelkosten: 350 €
    Plakatierungskosten: 250 €

    Allgemeine Betriebskosten (Strom, Wasser, Abschreibungen, etc.): 1.600 €
    Personalkosten Technik: 500 €
    Mietkosten Ton- und Lichtpult: 500 €
    Personalkosten Durchführung: 250 €
    Personalkosten Vorbereitung: 500 €
    Materialkosten Büro: 20 €

    Security: 250 €
    Kassenpersonal: 50 €
    Reinigung: 150 €

    GEMA-Tarif 2012 (5%): 800 €
    GEMA-Tarif 2013 (10%): 1.600 €

    ————–
    Nettoeinnahmen: 14.953 €
    Nettoausgaben 2012: 13.093 €
    Nettoausgaben 2013: 13.893 €
    Nettogewinn Konzert 2012: 11 €
    Nettoverlust Konzert 2013: -789 €

    Hier fehlt nun noch der gesamte Bereich Gastronomie, hierzu kann ich jedoch leider wegen meiner beruflichen Spezialisierung auf den Konzertbetrieb keine detailierten Zahlen nennen. Das überlasse ich kompetenteren Personen.
    Ich weiß aber aus Erfahrung, dass ein Pro-Kopf-Umsatz von mehr als 7 € bei Konzerten absolut unrealistisch ist. 5 € oder sogar weniger sind eher die Regel als die Ausnahme. Konzertgastronomie ist keine große Umsatzgenerierung.

    Diese Zahlen sind nun zu deuten, wie man möchte.
    (Sollte ich mich irgendwo verrechnet haben, oder eine minimal falsche Berechnungsgrundlage verwendet haben, tut es mir leid, und war keine Absicht, um die Zahlen in eine Richtung zu rücken.)

    • Vielen Dank für die konkreten Zahlen. An denen mangelt es in der Diskussion ja leider.
      Nur gebe ich hier zu bedenken, dass sich bei Konzertveranstaltungen nichts ändern wird. Die Konzerttarife wurden ja erst neu verhandelt und sind von der Tarifreform 2013 nicht betroffen.
      Dementsprechend würde der neue Tarif nicht für das hier beschriebene Konzertszenario greifen. Der neue Tarif würde greifen, wenn normaler Clubbetrieb ohne konzertcharakter stattfinden würde.

      “Die Vergütungssätze U-V finden – unabhängig von der Art der Veranstaltung und unabhängig in welchem Zusammenhang die Musikaufführung stattfindet – für Einzelaufführungen mit Musikern mit Ausnahme von Konzerten Anwendung;”

      Solange der Schwerpunkt des Abends auf der Konzertveranstaltung liegt, wird auch in der Regel keine zusätzliche GEMA-Vergütung für die Party danach fällig, sondern lediglich ein 10% Aufschlag für die GVL (für die Tonträgerwiedergabe). Erst, wenn dieser Schwerpunkt wegfällt, würde hier wieder die GEMA greifen. Das ist ein subtiles Thema und wird in der Regel von der Bezirksdirektion vor im Einzelfall Ort entschieden.
      Man kann nur festhalten, dass wenn die “After-Show-Party” den Charakter einer eigenen Veranstaltung hat und der Schwerpunkt eben nicht mehr auf dem Konzert davor liegt, zusätzliche Vergütungen anfallen.

      • Die Rechnungen eines DJ-Clubs sehen aber auch so aus. Lineups mit halbwegs angesagten DJs kommen auch auf 8000€ Gage + Hotel und Catering, Personalkosten sind meistens noch höher, da die Party meistens länger geht. Dafür kostet der Eintritt aber keine 20 € sondern nur 10-15 und da kommen dann nochmal + Laptop + 5h weil kaum eine Party nach 5h vorbei ist. Dazu außerdem noch GVL usw usf.

        Ich kenne das hier in Berlin, wenn ein Club nicht übelst angesagt ist, kommt der Besitzer kaum über Mindestlohn-Niveau bzw. muss noch andere Eisen im Feuer haben. Und da kommt die GEMA-Steuererhöhung drauf, kein Wunder, dass sich alle aufregen. Nicht jeder Club ist ein Berghain oder Watergate. Die meisten Läden sind prekär.

        • Ich kann das schon nachvollziehen, nur frage ich mich, was die GEMA für diese übrigen Kosten und die Gagenhöhen kann? Und wo sie gerade von den Zuschlägen reden:
          Es gibt auch einiges an Rabatten, die Veranstalter in Anspruch nehmen können. Mich befremdet es, dass man derartige Gagen unhinterfragt zahlt, während man bei der GEMA dann massiv sparen will.
          Das klingt so, als sollen alle ihren Anteil am Kuchen haben, nur eben die Urheber nicht.

          Und wenn eine Gage von 8000€ für einen DJ mein Budget sprengt, dann muss ich eben einen engagieren, der nur 5000€ verlangt. Ich fahre ja auch keinen Porsche, wenn ich mir nur einen Golf leisten kann. Das sind alles unternehmerische Aspekte, auf die die GEMA keinen Einfluss hat. Warum sollte sie dann das Risiko dafür tragen bzw. durch extrem günstige Tarife die horrenden Gagen der DJs subventionieren?

          • Ich rede nicht von einem DJ sondern von mehreren. Meistens hat man auf dem Lineup 5 oder mehr. Die können diese Gagen verlangen, weil sie entsprechend Gebucht werden. Wer einen bestimmten Bekanntheitsgrad hat, der kann schonmal 1000,- und mehr an Gage verlangen mit Booking, Hotel, Flight, Catering (das ist jetzt ein konkretes Beispiel nach Verhandlung eines mittelmäßig bekannten Actes aus Madrit, welchen wir vor einigen Monaten gebucht haben).

            Sicherlich kann man ankommen und nur noch die Hälfte raushandeln wenn man den Bookern klar macht, dass man durch die Gebühren weniger Geld hat und wenn auch alle anderen Veranstalter entsprechend wenig geben, dann kommt man damit gar durch, allerdings ist es dann wieder der Künstler, dem am Ende das Geld fehlt, der Veranstalter hat dadurch nicht mehr. Dann guckt man, wo das Geld hinwandert und man sieht, dass es an die wandert, welche weder auf diesen Parties gespielt werden noch irgend etwas mit dem Genre zu tun haben, die aktuellen Rock und Pop-Sternchen (aka “Bohlen und co”), welche sowieso schon sehr gut verdienen.

            Wer ist der Leidtragende? Der Besucher, der mehr zahlen muss, oder der Künstler, der weniger kriegt. Wer ist der Profiteur? Der GEMA-Vorstand, der eine halbe Mille einsackt und die Chart-Kommerz-Leute, die mit einer Tour mehr verdienen als ein Club im ganzen Jahr an Gewinn abwirft.

            Wird da nicht langsam mal deutlich, wieso das “Gejammer” vielleicht doch einwenig berechtigt ist, und warum das Thema viel weiter geht, als nur die Berechnung konkreter Club-Gebühren?

          • Das verstehe ich schon, aber es ist nicht Aufgabe der GEMA oder der Urheber, die horrenden Gagen irgendwelcher Star-DJs durch lächerlich geringe Lizenzvergütungen zu alimentieren.
            Zudem besteht ja auch die Möglichkeit, künstlerisch eigenständige Sets nach Konzerttarif abzurechnen.

            Das Problem in der Diskussion ist, dass die Veranstalter, Clubs und Discotheken bis heute keine konkreten Zahlen auf den Tisch gelegt haben.

  22. Hallo,

    Deine Ausführungen stimmen und ich finde es gut, dass Du mal die wahrheit aufschreibst. Allerdings finde ich den Verteilungsschlüssel (selber texter, Komponist) nicht so dolle. Auch die Ausschüttung an Live-gema. Aber da sollte der Gesetzgeber mal was lostreten oder ddie Lobbyverbände vereinbaren. Ironie on: Wie schön, dass sich soviele über die Hyperkohle der Stars, der labels und jetzt wahlweise der gema aufregen. Nur Robin Hoods. Wie schön. Zahlen die auch meine entgangegenen tantiemen bei Youtube, durchs illegaale Downloaden etc.? Darf icch bei denen auch umsonst wohnen, trinken etc. Nein? Warum nicht? Ihr seid doch für das Umsonst-Denken? Ach da ist es mein problem? Wie schön. Dann ziehe ich weiter mit jedem vor Gericht,der mich bestiehlt. Ganz einfach. Und ich habe jeden Tag zu tun und es nervt mich mir all diese Kommentare, der tagediebe durchzulesen, die nicht einfach mal selber denken und sich nicht fraagen, warum ein Milliardenkonzern wie Youtube sso reich geworden ist? Weil er für umme Inhalte von Künstlern nutzte. Wie dem auch sei..Ich musss arbeiten. Bis später..

    PS: Die neuen Gematarife richten sich nicht nach dem Eintritt, sondern dem bereinigten Eintritt. Das heisst: Freigetränke dürfen herausgerechente werden. Und zwischen VVK und AK (abendkasse) wird der Mittelwert genommen. Wie assozial Ironie off!

    • Naja, am Verteilungsplan wird sich ja demnächst einiges ändern mit INKA – zum besseren, wie ich hoffe. Ich bin mir 100%ig sicher, dass das Pro-Verfahren nach der Mitgliederversammlung Geschichte ist. ;)

  23. Es ist wirklich schade, dass selbst dieser sachliche Beitrag nicht wenigstens einen kleinen Gedankenanstoß für alle GEMA-Gegner bewirkt.
    Mir hat dein Beitrag sehr gut gefallen.

    Grüße

  24. Ich arbeite seit über 15 Jahren ehrenamtlich in einem Kulturverein, der praktisch jedes Wochenende Konzerte veranstaltet. Die Bandbreite der Bands reicht von der lokalen Schülerband (die Förderung des Nachwuchses ist uns wichtig) bis zu bekannteren Acts sowie ausländischen Künstlern aus fast der ganzen Welt. Unsere Preise sind eher moderat, für 20 Euro gibts bei uns 10 Liter Radeberger Pils.

    Bei uns passen 100 bis 150 Leute rein und die bisherigen GEMA-Kosten liegen ohne Abzüge bei um die 100 Euro pro Konzert, je nach Eintrittspreis. Gerade für die kleinen Veranstalter ist die GEMA eines der Hauptärgernisse überhaupt. Auf den geschönten Anteil von 10 % GEMA-Kosten pro Konzert kommt man in den seltensten Fällen, meist liegt es darüber. Die Härtefallregelung soll ja eine Ausnahme sein, aber man kann in so kleinen Clubs einfach keine Summen erwirtschaften, die diese Abgaben an die GEMA rechtfertigen. Und das lächerliche Argument, das Geld ist für die Urheber ist wirklich nur eins: lachhaft.

    Von den Geldern die wir an die GEMA abführen bekommen die Urheber meist nur 10%, der Rest verschwindet im großen GEMA-Topf. Lohnen tut sich die GEMA erst ab dem Punkt, wo man im Radio regelmäßig gespielt wird, mindestens bundesweit tourt und noch eigene Titel nachgespielt werden.Vorher zahlt man drauf, aber so richtig. Bei uns bekommen die Künstler 70% vom Eintritt oder Festgage, je nach Vertrag. Wenn wir nicht die völlig überhöhten GEMA-Gebühren hätten, könnten wir den Bands höhere Gagen zahlen. Wie kann es denn sein, das eine Band ein Konzert nur mit eigenen Titeln spielt, wir 100 Euro an die GEMA inklusive Setlist überweisen und die Band als Urheber bekommt 10 Euro? Wenn man das nicht Betrug nennt, was dann?

    Viele Musiker sind bei der GEMA, weil man ihnen eingeredet hat, da gibts Geld oder man gewzwungen wurde, als die CD ins Presswerk kam.

    EIne genaus unsinnige Regel ist es, wenn EIN GEMA-pflichtiges Lied am Abend gespielt wird, dann ist der volle GEMA-Satz zu entrichten. Wohin dieses Geld wandert, kann sich jeder denken.

    Der bürokratische Aufwand ist immens und im Amateurbereich nicht wirklich lohnend, zumindest nicht für die Veranstalter UND die Künstler.

    • Ich möchte darauf hinweisen, dass die Konzerttarife so bleiben, wie sie sind. Bei denen wird sich nichts ändern.

      Die GEMA schüttet alle Einnahmen nach Abzug der 15% Verwaltungskosten an die Urheber aus. Da aber nicht für alle Musiknutzungen Setlists eingereicht werden, muss das Geld halt irgendwie verteilt werden. Hier kommen eben auch die statistischen Verfahren ins Spiel.
      Damit das Geld eben nicht in den großen Topf wandert, sind zwei Dinge notwendig: erstens natürlich die Musikfolge und zweitens ein Antrag auf Nettoeinzelverrechnung. Letzteres bedeutet, dass das besagte Konzert eben einzeln abgerechnet wird und das Geld so komplett (nach Abzug der Verwaltungskosten) an die Urheber der aufgeführten Werke fließt. Eine solche Nettoeinzelverrechnung kann immer dann erfolgen, wenn mindestens 80% der aufgeführten Werke von einem Urheber stammen.

      In Ihrem konkreten Fall kann ich also nur empfehlen, die Bands, die ausschließlich eigenes Repertoire spielen, daruf hinzuweisen, dass eine Musikfolge und der Antrag auf Nettoeinzelverrechnung notwendig sind, damit sie die vollen Tantiemen (abzgl. Verwaltungskosten) für das Konzert erhalten. Dann verschwindet auch nichts im “GEMA-Topf”.

      “Viele Musiker sind bei der GEMA, weil man ihnen eingeredet hat, da gibts Geld oder man gewzwungen wurde, als die CD ins Presswerk kam.”

      Das liest man leider sehr häufig, aber hier die Schuld alleine auf die GEMA zu schieben, wäre zu kurz gedacht. Viele informieren sich leider nicht ausreichend, bevor sie Mitglied werden und machen dann große Augen, wenn sie merken, dass ihnen die GEMA (noch) nichts nutzt.
      Der Ratschlag, dass man GEMA-Mitglied werden müsse, wenn man eine CD veröffentlicht, stammt noch aus einer Zeit, wo CD-Produktionen noch nicht auch in Kleinauflagen für fast jedermann erschwinglich waren. Damals war in der Regel immer ein Label im Spiel und da war es dann durchaus sinnvoll, GEMA-Mitglied zu werden, um seinen Anteil zu bekommen. Heute ist das nicht mehr so und die Mitgliedschaft lohnt sich bei einer CD-Produktion erst dann, wenn auch ein vernünftiges Label involviert ist und die CD im großen Rahmen vertrieben wird und Airplay hat.
      Niemand, der eine CD veröffentlich, muss Mitglied der GEMA werden. Ab wann das sinnvoll ist muss der Künstler selber entscheiden.

      Diese Hinweise findet man übrigens auch in den jeweiligen Infobrochüren der GEMA, wo klar gesagt wird, für wen und ab wann sich die Mitgliedschaft lohnt.

      • Vielen Dank für die Antwort.

        Die Tarife für diekleinen Veranstalter sind un bleiben skandalöse Abzocke, von 10% für die GEMA kann man echt nur träumen.

        Ich reiche die die Setlists nicht nur bei GEMA-pflichtigen Konzerten ein, sondern muss es sogar bei Künstlern machen, die nicht bei der GEMA sind. Dank der GEMA-Vermutung, die mittlerweile nur noch einen Zweck hat, nämlich Geld in die Kassen zu spülen, habe ich einen erhöhten bürokratischen Aufwand, der einfach erwartet wird, ohne das es dafür eine Gegenleistung gibt.

        Selbst mit Nettoeinzelverrechnung bleibt dem Künstler ein Verlust von ca. 20%, für genau welche Leistung? Die GEMA kontrolliert, welche Titel gespielt wurden, aha nur eigene und dafür behalten wir 20% der Gebühren.

        Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn Urheber und Künstler die gleiche Person sind und er wegen mir eidesstattlich erklärt, nur eigene Titel zu spielen, die GEMA-Gebühren für Konzerte mit komplett eigenem Repertoire entfallen zu lassen? Gerade im Amateurbereich wird hier auf Kosten der meist jungen Künstler Schindluder betrieben. Dementsprechend müssten die Gagen natürlich auch steigen und gerade dem Veranstalter ist es doch lieber, dem Künstler eine ordentliche Gage zu zahlen, als unwägbare Kosten (der Laden ist ja nicht immer voll, aber die GEMA geht strikt nach Saalgröße) an der GEMA zu haben. Hier versickert Geld zuungunsten der kleinen Künstler und Veranstalter, die meist nicht aus kommerziellen Interesse handeln und trotzdem oft noch draufzahlen dürfen.

        Das die GEMA dem Künstler die Freiheit nimmt, über SEIN Werk zu bestimmen ist genauso unsinnig. Wenn er jetzt einen Song ohne GEMA machen will, warum darf er das nicht? Er muss austreten und das ist wohl auch nicht so einfach.

        • Es sind 15% Verwaltungskosten die abgezogen werden, nicht 20%. Und davon werden eben die Leute bezahlt, die zum Beispiel die eingereichte Musikfolge überprüfen und die Direktverrechnung vornehmen. Das weiss jeder Urheber, bevor er in die GEMA eintritt. Und wenn man das nicht möchte, kann man es ja auch lassen und seine Rechte selber wahrnehmen. Für den Hobbyisten mag das ja eine Option sein, aber für jemanden, der seinen Lebensunterhalt als Urheber bestreitet nicht, denn dann bliebe ihm kaum noch Zeit, seinem Kerngeschäft nachzugehen.

          “Die Tarife für diekleinen Veranstalter sind un bleiben skandalöse Abzocke, von 10% für die GEMA kann man echt nur träumen.”

          Genau das wird sich ja jetzt ändern mit den neuen Tarifen. Als Grundlage soll eben die wirtschaftliche Größe dienen. Jemand, der auf 500m2 10€ Eintritt erhebt, zahlt dann nunmal weniger, als jemand, der 20€ nimmt. Das ist nur fair.

          Die GEMA-Vermutung ist eine Wissenschaft für sich. Da die GEMA ja nicht nur nationale Urheber, sondern durch die Gegenseitigkeitsverträge auch internationale Urheber anderer VGs vetritt und für diese hier das Inkasso übernimmt, deckt sie wohl so etwa 80% des Weltrepertoires ab. Das heisst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Veranstaltung auch gemapflichtige Musik läuft sehr hoch ist. Bei jährlich rund 1,5 Millionen lizensierten Veranstaltungen ist der Anteil der Veranstaltungen, bei denen kein durch die GEMA vertretenes Repertoire gespielt wird so verschwindent gering, dass die umgekehrte Lösung schlicht unpraktikabel wäre. Es würde die Verwaltungskosten immens in die Höhe schrauben und dadurch letzlich auch die Tarife. Kann man das wirklich wollen?

          “Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn Urheber und Künstler die gleiche Person sind und er wegen mir eidesstattlich erklärt, nur eigene Titel zu spielen, die GEMA-Gebühren für Konzerte mit komplett eigenem Repertoire entfallen zu lassen? Gerade im Amateurbereich wird hier auf Kosten der meist jungen Künstler Schindluder betrieben.”

          Das kann man so nicht stehen lassen. Für einen Amateur, der nur lokal auftritt und keine Veröffentlichungen bei einem vernünftigen Label und Airplay hat, ist die GEMA gar nicht gedacht. Das sagt die GEMA übrigens auch ganz klar in ihren Broschüren. Wenn dann Amateure dennoch Mitglied werden (warum auch immer), dann müssen sie eben auch mit den Konsequenzen leben, die das hat. Man kann sich eben nicht nur die Rosinen rauspicken.
          Das hat nichts mit Schindluder zu tun, sondern einfach mit Dummheit. Wer sich vorher nicht vernünftig informiert, ist selbst Schuld. Klingt hart, aber es ist nunmal so. Verträge liest man sich nunmal durch, bevor man sie unterschreibt und wenn etwas unklar ist, dann fragt man nach oder recherchiert selbst.

          “Das die GEMA dem Künstler die Freiheit nimmt, über SEIN Werk zu bestimmen ist genauso unsinnig. Wenn er jetzt einen Song ohne GEMA machen will, warum darf er das nicht? Er muss austreten und das ist wohl auch nicht so einfach.”

          Da das alles im Vertrag steht, weiss der Künstler vorher, dass er nur einzelne Nutzungssparten und nicht einzelne Werke von der Wahrnehmung ausnehmen kann. Abgesehen davon, dass das verwaltungstechnisch schon ein Riesenaufwand wäre, steht das dem Grundgedanken der VG entgegen. Die VG müsste ja auch das ausgenomme Werk verwalten, ohne daran partizipieren zu können. Worauf man sich bei der GEMA einlässt, das weiss man vorher und jeder mündige Bürger sollte in der Lage sein, sich vorher umfassend zu informieren. Niemand wird gezwungen, Mitglied in der GEMA zu werden.
          Doch, man kann jederzeit aus der GEMA austreten, wenn man das möchte. Natürlich gibt es da einige Fristen zu beachten – zumal es ja auch um die Rechtssicherheit der Konsumenten geht – aber im Prinzip ist man ebenso leicht draussen, wie man drinnen war.

      • Schön dass das heute so ist, aber da kommt man so schnell nicht wieder raus, weil die Verträge teilweise bis zu 10 Jahren laufen, auch nach Ende des Labelvertrages (Verwertungsphase).

        Und wieso wird mein Beitrag nicht freigeschalten?

        • Entschuldigung, aber was kann die GEMA dafür, wenn geschäftfähige Menschen sich in solche Verträge reinquatschen lassen, ohne diese zu hinterfragen und sich zu informieren? Da liegt die Schuld wohl eher bei anderen.

          “Und wieso wird mein Beitrag nicht freigeschalten?”
          Ich habe hier schon mehrfach gesagt, dass ich mit dem Freischalten und Antworten schlicht nicht mehr hinterherkomme und eben auch noch andere Dinge zu erledigen habe, als 24/Tag hier die Kommentarflut zu bewältigen. Wie Sie ja sehen, mache ich mir die Mühe, auf jeden Kommentar sachlich einzugehen, sofern das nötig ist. Und das kostet eben Zeit.
          Es ginge übrigens um einiges schneller, wenn nicht 90% der Kommentare sinnfreie Verbalinjurien und Bedrohungen wären.

          • Die GEMA kann etwas dafür, dass ihre Konditionen so intransparent und undurchsichtig sind, dass teilweise nicht mal Medienanwälte zu einhelligen Meinungen kommen.

            Die meisten der GEMA-Mitglieder die ich meine kommen auch aus Verträgen aus kurzzeitigen Hypes wie etwa dem Techno/Rave-Hype der 90er. Tanith hat das mal gut dargelegt, wieso er in der GEMA ist, obwohl es sich für ihn heute nicht (mehr) lohnt:
            http://www.wrint.de/2012/02/15/wr047/ (das war übrigens lange vor dem aktuellen Shitstorm, als es noch “nur” um Youtube ging).

            Wenn man einen Vertrag mit einem Major hatte, dann wanderte man automatisch in die GEMA, und selbst wenn man den Labelvertrag gelöst kriegt, dann steckt man weiter in der GEMA fest und muss wenn man Pech hat für neue Veröffentlichungen auch GEMA machen. Neben Tanith kenne ich noch 4 weitere angeschlossene GEMA-Mitglieder persönlich, die ein Problem mit der ganzen Sache haben.

            Für die Verträge und Konditionen kann die GEMA sehr wohl etwas. Es ist zwar hier nicht direkt Thema, aber indirekt schon, denn viele von den angesprochenen Problemen basieren auch auf den GEMA-Verträgen bzw. Restriktionen wie etwa, dass man als Club nicht einfach GEMAfrei CC spielen kann, wenn man sich die Gebühren nicht leisten kann (siehe meine andere Antwort, die zur Stunde seit fast einem Tag auf Freischaltung wartet).

          • Wenn man einen Vertrag mit einem Major-Label hat, dann macht die GEMA-Mitgliedschaft ja auch Sinn – es sei denn, man möchte, dass nur das Label verdient.

            Intransparent ist da gar nichts. Alle Fristen und Bedingungen findet man im Wahrnehmungsvertrag … und wer den unterschreibt, ohne ihn zu lesen bzw. wenn er etwas nicht versteht, nicht nachfragt, dem kann man nicht helfen. Tut mir leid.
            Man kann seine Mitgliedschaft jederzeit beenden, wenn man das möchte und ist dann nach einer Frist von 3 Jahren komplett raus aus dem Verein. Diese 3 Jahre sind u.a. deshalb notwendig, weil es für die Lizenzkunden ja eine Rechtssicherheit geben muss, da ein dann GEMA-freier Urheber ja selbstständig Lizenzgebühren einfordern kann.

            Auch für die Labelverträge kann die GEMA nichts. Das ist eine andere Baustelle.

            Jeder muss selber wissen, ob er GEMA-Mitglied wird oder nicht.

  25. Unabhängig davon, wer in dieser Diskussion Recht hat (und der vermutlich irgendwo in der Mitte liegenden Wahrheit) wäre es im Sinne einer sachlichen und ehrlichen Diskussion hilfreich, wenn sie Ihre Verbindung zur GEMA deutlich darstellen würden. Google verrät mir, dass sie GEMA Mitglied sind – mehr aber auch nicht.

    Ohne Propaganda vorwerfen zu wollen, lesen sich ihre Beiträge zu dem Thema doch sehr einseitig und legen den Verdacht nahe, dass es sich hier um Lobbyarbeit handelt. Es stände ihnen gut zu Gesicht ihre entsprechenden Interessenkonflikte vernünftig darzustellen, damit sich der Leser eine Meinung darüber bilden kann, wie unabhängig ihre Texte wirklich sind.

    (Ganz nebenbei: Es schafft auch nicht gerade Vertrauen wenn eine Diskussion von “durchaus berechtigten Kritikpunkte[n]” angekündigt und dann nur 100% pro-GEMA argumentiert wird.)

    • Ja, ich bin GEMA-Mitglied und – man höre und staune – bei weitem nicht mit allem einverstanden, was die GEMA macht bzw. wie bestimmte interne Abläufe gehandled werden.
      Eigentlich sollte vor einiger Zeit ein Artikel zu Verteilungsplan und Pro-Verfahren erscheinen, da aber zwischenzeitlich INKA, das neue Verfahren, beschlossen wurde, sind viele Aspekte hinfällig geworden. Ob das neue Verfahren zu mehr Gerechtigkeit führen wird, muss man abwarten. Ich maße mir nicht an, das zu beurteilen, bevor erste Zahlen auf dem Tisch liegen.

      Das Problem bei der Berichterstattung über die GEMA ist doch, dass sie entweder von Lobby-Verbänden (DEHOGA etc.) kommt oder aber oftmals von Journalisten, denen es scheinbar an Sachkunde zu der Thematik fehlt bzw. die bewusst das beliebte GEMA-Bashing ausnutzen wollen. Ich verweise da gerne auf die Diskussion zu den Notenkopien in Vorschuleinrichtungen. Da wurde seitens der Presse oft und gerne davon geredet, dass das Singen verboten werden soll, obwohl es zu keinem Zeitpunkt ums Singen ging. Wie Sie meinem Artikel zu dem Thema entnehmen können, wurden auch falsche Zahlen genannt und in vielen Publikationen bis heute nicht korrigiert. Bei hunderten von einseitigen Artikeln gegen die GEMA, dürfte doch wohl auch mal 5 Minuten Zeit für eine Gegendarstellung sein.

      Übrigens liegt es nicht im Interesse von uns GEMA-Mitgliedern, die Musiknutzer zu vergnatzen, aber wir wollen dann doch schon einen fairen Anteil haben und uns nicht permanent beschimpfen lassen. Schon gar nicht von solchen Leuten, die von der Materie nun überhaupt keine Ahnung haben. Darum soll dieser Artikel auch einen Gegenpol zu der übermäßigen lobbygesteuerten Berichterstattung sein und eben auch mal die andere Seite beleuchten. Aus diesem Grunde stehen hier auch die Argumente im Vordergrund, die bisher im Gros der Berichterstattung unter den Tisch gefallen sind.

      Mich stört zum Beispiel auch, dass die Interessenvertreter der Veranstalter bewusst verschweigen, dass 5 Jahre lang mit ihnen verhandelt wurde und etliche Zugeständnisse gemacht wurden (Verzicht auf die 5-Stunden-Regelung, ein Einführungsszenario über mehrere Jahre bis zum entgültigen Tarif usw.). Der Kern des Interessenkonflikts ist in meinen Augen der, dass Discos jahrzehntelang gegenüber anderen Veranstaltern bevorzugt wurden. Oder finden Sie es fair, dass z.B. der im Artikel erwähnte Gastwirt jede Veranstaltung einzeln bezahlt, während Diskotheken für 1 Veranstaltung genausoviel bezahlen, wie für 16?

      Auch denke ich nicht, dass hier die anderen Kostenfaktoren wirklich ein Argument sind. Immerhin interessieren die jeden anderen Zulieferer oder Dienstleister auch nicht. Der Getränkelieferant macht seine Preise ja auch nicht an der Pacht dessen fest, den er beliefert.
      Der GEMA wird vorgeworfen, sich nicht auf neue Gegebenheiten und Veränderungen des Marktes einzustellen. Das könnte man hier ebenso den Diskotheken-Betreibern vorwerfen, die nicht bereit sind, auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren und ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen.

      Nun gut, jetzt läuft das Schiedsverfahren und wir werden sehen, wohin es führt.

      PS.:
      Ich bitte um Verständnis, dass ich bei der Vielzahl der Kommentare einfach nicht mit dem Freischalten nachkomme. Ich habe nunmal auch noch andere Aufgaben, als dieses Blog, die ich nicht vernachlässigen darf. Ich weise auch nochmal drauf hin, dass Kommentare mit beleidigenden Inhalten, Beschimpfungen, Verunglimpfungen, persönlichen Angriffen und Einzeiler a la “GEMA kacken” nicht freigeschaltet werden, sondern gleich im Orkus verschwinden. Jeder Kommentar, der sich sachlich mit der Thematik befasst, wird – auch wenn er eine andere meinung vertritt – natürlich freigeschaltet.
      Auch werde ich keine Kommentare mehr freischalten, die das Thema auf Nebenkriegsschauplätze verlegen wollen (Verteilungsplan usw.) oder Off-Topic sind. Das sind andere Themen, die nichts mit den neuen Tarifen zu tun haben und darum hier fehl am Platze sind.

    • Ich bin kein GEMA Mitglied aber trotzdem bin ich der Meinung, dass die Aussagen schlüssig sind.
      Das was wirklich fehlt, ist eine ebenso schlüssige Gegendarstellung und leider gibt es die nicht, sondern nur Polemik.
      Dies lässt zur Zeit nur einen Schluss zu, man jammert auf hohem Niveau. Wenn dies nicht so ist, dann sollte wirklich mal jemand Stichhaltig argumentieren mit Fakten und nicht Vermutungen. Das wäre Wünschenswert.

  26. Danke (-th-), für diesen sachlich-unterhaltsamen, erhellenden Beitrag und die Geduld, auf noch so giftige Anfeindungen mit einer Engelsgeduld in geradezu epischer Tiefe zu antworten. Ich fand es sehr lesenswert.

    Gruß mork

    P.S.: Dies braucht nicht veröffentlicht zu werden, ist als persönlicher Dank gemeint.

  27. Vielen Dank für diesen objektiven Beitrag, der eben nicht auf das sogar bei öffentlich-rechtlichen Sendern angesagte Gema-Bashing hinausläuft! Ich bewundere, wie Sie jedem Kommentar sachlich und mit den richtigen Argumenten begegnen. Da sollten sich viele ein Beispiel nehmen.

    • Danke. Ich gebe mir Mühe, sachlich zu bleiben, auch wenn es bei der Vielzahl der Beleidigungen, die man dann so lesen muss, nicht immer leicht ist.
      Mir geht es darum, dass die Diskussion sachlich geführt wird und beide Seiten ihre Argumente vorbringen können, bzw. eben auf die Argumente der Gegenseite eingehen können. Leider kommt gerade von der Club/Disco-Seite mehr an Verbalinjurien, als stimmige Argumente. Das kann man ja auch im GEMAdialog auf Facebook sehr schön verfolgen.

      Natürlich ist niemand begeistert, wenn er für etwas auf einmal mehr bezahlen muss, aber man muss immer beide Seiten sehen und einfach auch mal akzeptieren, dass der Discotarif jahrzehntelang Diskotheken im Vergleich zu anderen Veranstaltungen proportional unverhältnismäßig bevorzugt hat. Darüber kann man auch diskutieren. Aber solange die Veranstalterseite hier auf die “Böse GEMA”-Karte setzt und die Leute mit Halbwahrheiten aufstachelt, wird ein sachlicher Diskurs erschwert.

      • Vielen Dank für die sachliche Erklärung. Ich bin immer neu beschämt und bestürzt über diese Unwissenheit und das Desinteresse an Informationen zu diesen Themen und des Urheberrechts im Ganzen. Es scheint, daß viele Menschen es komplett ablehnen Argumente gegen ihre eigenen Interessen zu akzeptieren. Als freischaffender Komponist im vollen Existenz Risiko wird man stigmatisiert. Im Osten genügte ein Plakat und die gesamte Staatsmacht hat sich draufgestürzt. Nun stürzt sich das ganze Netz auf etwas, was nicht sein darf. Wie üble Nachrede heute in der Informationsgesellschaft noch funktioniert ist unfassbar. Im Netz werden die wenigen sachlichen Argumente ausgemerzt mit einer Heftigkeit, die einer Maschinenstürmerei gleichkommt. Und umso erstaunlicher, daß diese Heftigkeit der Wortmeldungen international in Deutschland einzigartig ist.

  28. Der Kommentar ignoriert leider die Tatsache, dass in vielen Clubs nur Musik von Nicht-Gema Künstlern gespielt wird. Um das aber zu beweisen, verlangt die Gema Setlists, was aber bei elektronischer Musik völliger Schwachsinn ist, weil kein DJ vorher sagen kann was er spielen wird und bei einem 3 Stunden Set, bei dem gern mal alle 3 Minuten mehrere Songs gemixt werden, diese Liste auch kaum nachreichen kann. Das heißt die Gema stellt hier Forderungen, die in der Realität nicht erfüllt werden können und sagt dann im Umkehrschluß “Eure Beweislast, Euer Pech. Also zahlt mal schön!” Könnte man aus diesem ZahlZWANG raus, wäre die ganze Diskussion hinfällig, da die wenigsten Clubs noch betroffen wören

    • Nicht-Gema-Künstler heisst aber noch nicht automisch kostenlos oder nicht gema-pflichtig. Solche Künstler können durchaus Mitglied in einer Ausländischen VD sein, die einen Gegenseitigkeitsvertrag mit der GEMA hat.
      Übrigens steht die Vergütung der Urheber im Gesetz festgeschrieben und wenn ein wirtschaftlicher Nutzungsbereich nicht in der Lage ist, sich an diese Gesetze zu halten, dann sollte er mal seine eigenen Grundlagen überdenken, bevor er andere attakiert.

      Übrigens hat eine Auswertung auf drängen der Berliner Clubs, die der GEMA Musikfolgen eingereicht haben, ergeben, dass über 80% der angeblich gemafreien Werke eben doch gemapflichtig waren.

  29. “Die Urheber, die diese Musik komponieren und betexten, schaffen also die Existenzgrundlage für dieses Geschäftsmodell. Abstrakt gesprochen ist die Musik in Clubs und Diskotheken also nichts anderes als ein Wareneinsatz. Ein Wareneinsatz, ohne den dieses Geschäft nicht realisierbar wäre. Das sollte man immer im Auge behalten, wenn man über die Vergütungen für die Urheber spricht.”

    Dabei wird, wie immer vergessen, dass es gerade die Clubs und Diskotheken sind, die die Musik an den Mann/die Frau bringen. Ich bin selber DJ, zwar kein großer, aber trotzdem gebe ich im Monat an die 50-100 Euro für Tonträger oder (legale! Beatport und co) Downloads aus, da ich Vinyl und Digital parallel spiele. Ich gebe also monatlich mit Sicherheit mehr Geld für Musik aus, als jeder normale Konsument, das tue ich aber nur, weil ich mit der Mucke auf Parties auftrete. Gerade in meinem Bereich (Techno, House und Minimal) wird eigentlich nur für den Club produziert, ohne die Clubs wäre dieser Bereich komplett tot, denn kaum ein Partygänger kauft sich die aktuellen Technoscheiben für die Hi-Fi-Anlage zuhause. Dazu kommt, dass ich viel Musik spiele, die gar nicht in der GEMA gelistet ist. Da aber eine GEMA-Vermutung gilt, reicht eine einzige Platte mit GEMA-pflichtiger Musik, dass wieder Gebühren fällig sind, wobei diese eine Platte dann noch nur von einem angeschlossenes Mitglied ist (wie etwa Motte, Tanith, Kruse uvm), welches von den Einnahmen kaum etwas sieht, da der Großteil der Ausschüttungen an die ordentlichen Mitglieder wie Bohlen und co. geht. Diese verdienen also an mir, an uns, ohne dass wir auch nur eine einzige von ihnen produzierte Note über unsere Anlage schicken. Der GEMA eine Playlist mit ausschließlich GEMA-freier Musik zu schicken, ist auch kein gangbarer Weg, da ich dafür für jeden einzelnen Track die vollen Namen und ladungsfähugen Anschriften aller beteiligter Urheber schicken müsste, geht das in nur einem Falle nicht zweifelsfrei (etwa weil der Urheber anonym ist, siehe http://www.heise.de/tp/blogs/6/152279), greift wieder die GEMA-Vermutung und die Gebühren werden fällig.

    Der Hintergrund dieser ganzen Geschichte ist wohl vielmehr so, dass die Verkäufe von CDs einbrechen und daher die GEMA nach neuen Einnahmequellen sucht. Darauf weist auch die erst kürzlich stattgefundene Erhöhung der Abgabe auf digitale Speichermedien hin, auch hier gibt es überhaupt keinen Bezug zu dem wirklich darauf gespeicherten Material der “ordentlichen Mitglieder” der GEMA, welche das Meiste an den Einnahmen einsacken.

    Zudem wird auch gerne unterschlagen, dass mit den “Verwaltungskosten” über 400.000€ pro Jahr für den Vorstands-Chef der GEMA drauf gehen. Das sind über 30.000 € pro Monat. Vielleicht sollte man erst einmal dort sparen, bevor man eine ganze Kulturlanschaft gefährdet…

    • Was die GEMA-Mitglieder ihrem Vorstandschef zu zahlen bereit sind, ist deren Sache. Ebenso wie es Sache der Clubs ist, welche Honorare sie DJs zahlen.

      Mit dem Erwerb eines Tonträgers erwirbt man aber nur die Lizenz zur privaten Nutzung, nicht die zur öffentlichen Aufführung. Ebenso wie Sie behaupten, die GEMA wolle hier die Verluste im Tonträgergeschäft ausgleichen, könnte ich Ihnen unterstellen, dass DJs gerne ihre Honorare dadurch erwirtschaften, dass sie Musik abspielen, die sie nicht selbst geschaffen haben und diese dadurch steigern wollen, dass sie die Urheber nicht fair beteiligen wollen.

      Fakt ist: Der DJ wird fürs Auflegen der Musik bezahlt, durch die Musik kommen Gäste in eine Location, die dem Veranstalter eine Menge Geld einbringen. Ohne die Musik der Urheber, hätte der DJ nichts zum Auflegen und der Veranstalter nichts, was das Publikum in seinen Laden zieht und hält. Ohne Urheber gäbe es also weder die Notwendigkeit für DJs, noch für solche Veranstaltungen.

      Übrigens: Jemand, der nicht bereit ist, die Musikschaffenden fair zu beteiligen, wenn er durch ihre Arbeit Geld verdient, der gefährdet den Kulturbetrieb. Und nicht umgekehrt.

  30. habe mir diesen artikel immer und immer wieder durchgelesen, weil mich irgendwas daran gestört ich aber nicht herausfinden konnte was es war… irgendwie bin ich immer bei den 10% hängen geblieben…
    man will also 10% des eintrittsumsatzes… die berechnung findet aber über qm und eintrittspreis statt… wie kommt man also auf den umsatz… dann muss man wohl schätzen… wie viele pro qm rein passen… wobei da ja nicht wirklich zwischen “nutzfläche” und raumgröße unterschieden wird… man quasi auch für für gäste nicht nutzbare bereiche (tresen, dj-bereich, eventuell auch ne bühne) zuschauer geschätzt bekommt…
    zum anderen…nur weil, sagen wir mal laut berechnungsschlüssel 400 menschen reinpassen heißt das ja noch lange nicht dass auch 400 menschen kommen… wenn dann nur 200 kommen sind die 10% schon 20%… nur 100 schon 40%… nicht jede diskothek oder club hat jeden abend ein volles haus… klar da kann man sagen,der laden ist für seine programmplanung selbst verantwortlich… aber auch nicht jeder club hat eine rein kommerzielle ausrichtung… manche wollen der vielfalt willen auch spartenprogramm bieten, was dann natürlich bei weitem nicht immer zu einer kompletten auslastung führt…
    der nächste punkt: die berechnungsgrundlage steigt meines wissen nicht linear sondern stufenweise (bitte um korrektur falls ich micht da irren sollte); angenommen die stufen sind 100qm 200qm 300qm, dann bezahle ich ja schon bei 110qm für 200qm raumfläche… was dann defenitiv keine 10% mehr sind…
    die einzige mögliche lösung sehe ich an der stelle dass man mit tatsächlichen umsatzzahlen abrechnen würde und nicht mit fiktiv, geschätzt ermittelten größen…

    • Um mit tatsächlichen Umsatzzahlen abrechnen zu können, müssten die Betreiber/Veranstalter ihre Bücher offen legen. Das werden die wohl kaum wollen. Das mag sich zwar bei einem Tag mit mäßigen Besucherzahlen mal rechnen, aber wenn dann an guten Tagen durch die Besucherfluktuation wesentlich mehr Gäste da waren, wird es empfindlich teurer.

      Übrigens hat sich der Tarif durch den heute veröffentlichten Gesamtvertrag mit dem BDK schon dahingehend geändert, dass die Härtefallnachlassregelung konkretisiert wurde: Außerhalb der Mindestvergütung werden dann maximal 10% der tatsächlichen Eintrittsgelder fällig.

  31. Danke, danke, danke! Für den sachlichen Bericht und für die große Mühe, die Sie sich mit der ernsthaften Beantwortung jedes noch so schwachsinnigen Wutbürger-Kommentars geben. Bitte – wenn es irgend geht – weiter so!

  32. Veranstaltungsrechnung „Studentenparty“

    Hallo lieber Autor des Artikels zur GEMA. Ich habe hin und wieder Veranstaltungen durchgeführt, und habe ziemlich starke Schmerzen bei der Musik leiden müssen.

    Hier eine kleine Studentenparty-Rechnung:

    Die Hochschule bekommt einen Saal zur Verfügung gestellt, der 800 Quadratmeter misst. Es gibt nur diesen einen Saal für Veranstaltungen, die Studenten sind also dankbar dass sie die Party dort ausrichten dürfen. Sie rechnen mit 400 Gästen. Das Ganze soll etwas anschaubar sein. Dazu wird eine Traverse bestellt, die ein bisschen Wackellicht enthält, etwas Nebel und natürlich eine Soundanlage. Bei 800 qm muss eine dementsprechend leistungsfähige Anlage vorhanden sein, um auch der Menge von 400 Gästen gerecht zu werden. So liegen wir bei Kosten (nach 30% Studentenrabatt) von 600 bis 800 Euro. Die Studenten bauen selbst auf, weil einer von Ihnen (ich) Ahnung hat. Finden Sie mal ein Unternehmen, welches das genehmigt und dann noch 30% Rabatt gibt!!! DJ ist natürlich auch ein Student
    Studenten machen Dreck und wenn es ums Aufräumen geht ist keiner mehr da. Es wird eine Reinigung von 150 Euro benötigt.
    Die Studenten wollen ein paar Flyer drucken lassen, sowie ein größeres Plakat, um ein wenig Werbung in der Hochschule zu machen. Das Design ist Studentenerstellt, der Druck der Flyer kostet 150 Euro, das Plakat nochmals 50.

    Gesamtrechnung:

    800€ Technik (bei Selbstaufbau, 30% Rabatt und eigenem DJ)
    150€ Reinigung
    150€ Flyer
    50€ Plakat
    = 1150€

    Um diese Kosten zu decken, werden also pro Person 3 Euro Eintrittsgeld benötigt.

    GEMA-Gebühren:
    Wir rechnen mit mehr als 3 Euro, da gleich ersichtlich wird, dass 3 Euro Eintritt nicht zur Kostendeckung reichen…

    200€ für 500 qm
    + 40€ für 600 qm
    + 40€ für 700 qm
    + 40€ für 800 qm
    = 320 Euro

    → Die Veranstaltung soll mit einem Grillen um 19 Uhr beginnen und soll um 3:00 Nachts enden. Dies sind über 5 Stunden.

    320€ für Veranstaltung
    + 160€ für Überlänge

    = 480 Euro für die GEMA.

    Damit wird klar: bei 1150 Euro Aufzugskosten plus 480 Euro GEMA, sind das am Ende 1630 Euro. Diese sind auf 400 Studenten aufzuteilen, was unmittelbar 4 Euro werden müssten.

    Getränke:
    Verkaufen Sie mal auf solch einer Party ein Bier für mehr als 1,50. Es wird keiner etwas abnehmen. Hinzu kommt, dass bei einer Studentenfeier noch keine Security eingerechnet ist. Es bringt also jeder selbst etwas mit.
    4 Euro würde auch keiner an Eintritt zahlen wollen.

    Wir reden hier von einer Low-Budget-Produktion. Studenten haben nicht die Möglichkeit, so viel Geld auszulegen, wie es für die Veranstaltung nötig ist.
    Hinzu kommt, dass dieses Event nicht auf Gewinn zielt, sondern auf Vergnügen zum kleinen Preis.
    Die Getränke können am Ende nur die Zusatzkosten von Kühlung, Eiswürfeln, Gläsern, Tischen, Getränkekosten und Transportkosten (von Technik und Getränken) decken…

    → Eine Veranstaltung, bei der überhaupt kein Gewinn entsteht!

    • Hallo,

      diese Berechnung ist mit dem heute geschlossenen Gesamtvertrag mit dem BDK obsolet geworden. Wie ich das bereits in einigen Kommentaren andeutete, wurde z.B. die 5-Stunden-Klausel – wie von der GEMA schon in den ersten Verhandlungen angeboten – gekippt und eine neue Formel für den Zeitaufschlag ausgehandelt. Jetzt wird ein Zuschlag erst nach 8 Stunden fällig und beträgt linear 25% je 2 Stunden.
      Somit bliebe es bei 320.-, da die Veranstaltung ja nur 8 Stunden dauern soll. Zudem könnte in diesem Fall auch die neue Regelung beim Härtefallnachlass (max. 10% der Eintrittsgelder außerhalb der Mindestvergütung) greifen und sich die Kosten so weiter reduzieren (3*400 = 1200 .- / 10% davon wären 120.-€). Ich würde empfehlen, in diesem Fall im Vorfeld mit der zuständigen Bezirksdirektion zu telefonieren und dabei klar herauszustellen, dass trotz der Fläche von 800m2 – die sich aus den lokalen Gegebenheiten der Hochschule ergibt und aunicht mehr als 400 Personen kommen werden.

      Zudem wird es in den ersten 5 Jahren einen Einführungsnachlass geben (Einführungsszenario), also der neue Tarif erst 2018 in voller Höhe greifen.

  33. Ich kenn mich in dem Feld GEMA jetzt nich soo gut aus, dafür aber umso mehr im Clubbetrieb der elektronischen Musikszene.

    1. ist es hier so, dass ca. 30 – 40% der gespielten Titel GEMA-frei sind, was in der Gebührenberechnung überhaupt nicht berücksichtigt wird.

    2. Werden Künstler, deren Musik hier gespielt wird, nach dem GEMA-Verteilungsschlüssel so gut wie überhaupt nicht entlohnt, da sich im Bereich der elektronischen Musik quasi nur DJs Tonträger zulegen; diese Musik wird größtenteils nur in Clubs ect. gehört. (Ich rede hier nicht von Musik wie Scooter oder Paul Kalkbrenner; Technoveranstaltungen können auch und gerade Erfolgreich sein, weil dort Musik unbekannter Herkunft gespielt wird)
    Ein großteil der an die GEMA abgeführen Gebühren würde also aus dem großen Topf an die Künstler abgegeben, die viele Tonträger verkaufen. Da die GEMA jedoch hier nicht differenziert, ist die gesamte Gebührenrechnung damit unfair und abzulehnen.

    3. Wird in Technoclubs zu einem sehr großen Teil das Publikum nicht von der dort gespielten Musik sondern vom Headliner (Meist ein überregional bekannter DJ) angezogen. An diesen sind zumeist erhebliche Gagen zu zahlen. Ich könnte jetzt ein Beispiel nennen, was ich mit einer eigenen Veranstaltungsreihe gerade erlebe. MMn würde das aber hier zu weit führen, weswegen man mir das einfach mal glauben muss.
    Da dieser sein Gehalt direkt vor Ort bezieht, muss er also keine unterstützung der GEMA erhalten.

    Übrig bleibt also, dass man für einen modal ziemlich untergeordneten Anteil am Gesamt- (und somit auch finanziellen) Erfolg der Diskothek verhältnissmäßig viel zahlen muss. Zumindest im Bereich Techno-Clubs ist die Gebührenregelung allgemein also nach wie vor ungerechtfertigt. Da sie bisher (wie oben beschrieben) prozentual sehr gering ausfiel, war sie ein zu verschmerzendes Unrecht.
    Steigen die Abgaben nun aber, so kann ich die Entrüstung der Clubbetreiber und freien Veranstalter durchaus verstehen.

    • 1. Gemafrei heisst nicht automatisch kostenlos. Auch solche Urheber, die z.B. unter CC-Lizenz veröffentlichen, wollen entlohnt werden, wenn ihre Werke kommerziell genutzt werden. Sprich: Wenn die Veranstalter nicht an die GEMA zahlen würden, könnten Urheber aus diesen 30-40% an die Veranstalter herantreten und individuell Lizenzvergütungen nachfordern. Die Zahlung an die GEMA sorgt also auch – neben dem Repertoire welches genutzt werden kann – für Rechtssicherheit bei den Veranstaltern, die keinerlei Nachforderungen von irgendwelchen Urhebern fürchten müssen.

      2. Die GEMA würde ja sehr gerne überall werkgenau abrechnen, so dass das Geld immer konkret zugeordnet werden kann. Aber leider gibt das Gesetz das aktuell nicht her. Das UrhWG schließt für bestimmte Werknutzungen nunmal Musikfolgen aus. Da kann die GEMA nichts dafür und muss sich leider mit statistischen Krücken behelfen.
      Ach ja: und gerade Musik unbekannter Herkunft könnte im Nachhinein sehr hohe Nachforderungen der Rechteinhaber nach sich ziehen. Durch die Zahlung der GEMA-Lizenz sind aber solche Ansprüche an die Veranstalter seitens irgendwelcher Urheber nicht möglich.

      3. Ach ja, und weil die Gagen so hoch sind, sollen die Urheber das alimentieren? Wenn ein solcher Headliner nur eigenes Material aufführt, dann kann er das ja der GEMA mit einer Musikfolge belegen und dann muss auch nicht gezahlt werden.

      Dem Fazit kann man sich nicht anschließen. Großraumdiscotheken zahlen nach dem alten Tarif gerade mal 40€ am Abend und das soll unverhältnismäßig viel sein? In berlin haben ja einige Clubbetreiber mal genaue Playlisten eingereicht, um nachzuweisen, dass sie ja kaum GEMA-Repertoire spielen würden. Als man bei der Auswertung bei einem GEMA-pflichtigen Anteil von 80% angekommen war, hat man aufgehört zu zählen. Viele vergessen leider immer wieder, dass die GEMA Gegenseitigkeitsverträge mit so ziemlich jeder VG der Welt hat und so ziemlich jeder professionelle Urheber auch Mitglied in einer solchen ist. Die Tatsache, dass ein Urheber kein Mitglied in der deutschen GEMA ist, macht einen Titel nicht gemafrei, da der Urheber ja auch Mitglied z.B. in der französischen Sacem, BMI, ASCAP, PRS oder was auch immer sein kann. Also in einer ausländischen VG mit der die GEMA Gegenseitigkeitsverträge hat.

  34. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    Fakt ist doch das die GEMA bei der Tarifreform 2013 die Rechnung wortwörtlich ohne den Wirt gemacht hat. Ich denke in einem Punkt sind sich alle einig. Das bei der GEMA reformiert werden muss (und das nicht nur bei den Musikveranstaltungen) ist absolut überfällig. Aber diese Reformen sollten mit Augenmaß und vor allem gemeinsam mit allen Beteiligten (Vertreter der Künstler, Veranstalter, Club-/Disko-/Barbetreiber) stattfinden und auch die Tatsache berücksichtigen das es Musikveranstaltungen gibt die keine GEMA-Musik spielen. Das Prinzip der GEMA-Vermutung ist schon lange überholt und für die heutige musikalische Vielfalt, insbesondere in der Sub-Club-Kultur, absoluter Nonsens und grenzt imho fast an kriminelle Methoden seitens der GEMA. Insbesondere in Clubs der elektronischen Musikkultur wird größtenteils GEMA-freie Musik gespielt, dennoch müssen die Clubs volle GEMA-Gebühr zahlen. Nun sagt die GEMA zwar das man “nur” eine Playlist für die Veranstaltung einreichen braucht um von der Gebühr befreit zu werden, aber die Vorgaben für die Form der Playlist ist so absurd das es keinem DJ zugemutet werden kann eine solche Playlist zu erstellen.
    Warum nicht längst in jeder Diskothek / Club eine Blackbox installiert wird die eine transparente und trackgenaue Auswertung und Ausschüttung für die Künstler ermöglichen würde, weiß wohl nur die GEMA. Aber ich denke wir alle wissen ganz genau warum das von der GEMA nicht gemacht wird. Denn technisch wäre das in Zeiten der globalen Vernetzung kein Problem.

    • Das ist alles eine Kostenfrage bzw. eben auch eine Frage der Technik. Bisher gibt es noch keine Software, die alle Titel – in allen möglichen Variationen – fehlerfrei erkennen kann. Dei GEMA macht dazu eigentlich jedes Jahr Feldversuche, weil der GEMA eine 100%ig genaue Abrechnung auch am Liebsten wäre. Aber noch ist das Zukunftsmusik.

      Übrigens bedeutet GEMAfrei nicht automatisch kostenlos. Viele Urheber, die unter CC-Lizenzen veröffentlichen, räumen zwar die kostenlose private Nutzung ein, nicht jedoch die kommerzielle. Das bedeutet, wenn ein Club z.B. Track X von CC-Urheber Y spielt und dieser eben nicht für die kommerzielle Lizenz angefragt wurde, kann dieser die Aufführung selbst in Rechnung stellen … und das könnte dann sehr teuer werden.

      Übrigens: Kriminell ist es, dass Discos aktuell nur jämmerliche 30-70 € pro Abenb zahlen, während alle anderen Veranstalter angemessene Vergütungen zahlen müssen.

  35. Verteilungsschlüssel hin oder her, es gibt da ein grundsätzliches Problem mit der GEMA für Veranstalter/Clubbetreiber im Bereich Underground House/Techno. Damit meine ich die Musik, die in den großen Berliner Techno-Clubs wie z.B. dem „Watergate“ gespielt wird. Ich erwähne explizit den Watergate Club, weil der Betreiber dieses Clubs sich bereits aktiv in den Medien in die Diskussion um die GEMA-Tarife eingemischt hab. Sicherheitshalber möchte ich aber anmerken, dass ich persönlich nichts mit dem Club zutun habe, außer dass ich DJ dieses Genres bin und somit mit der Musik, die in diesen Clubs läuft, bestens vertraut bin. Diese Musik ist mein Lebensinhalt.

    Die Titel, die in Clubs unseres Genres gespielt werden, sind größtenteils kein GEMA-Repertoire. Der Betreiber des Watergate Clubs schätzte in einem Interview, dass lediglich 30% der Tracks, die in seinem Club gespielt werden, zum GEMA-Repertoire gehören. Ich persönlich hätte mit einer weitaus niedrigeren Zahl gerechnet, aber gut, nehmen wir die Zahl 30%. D.h. mindestens 70% der GEMA-Abgaben landen schonmal nicht bei den Urhebern der Musik, die am Abend gespielt wurde.

    Doch damit nicht genug:
    Kein DJ kann eine Tracklist anfertigen mit den Titeln die er spielen wird bzw gespielt hat. Denn die Auswahl der Tracks ist Improvisation und eben diese Improvisation ist Teil der Kunst des Auflegens.

    Das heißt:
    Die wenigen Titel, die zum GEMA-Repertoire gehören, und am Abend bei uns gespielt werden, werden auch nicht korrekt vergütet, weil niemand weiß, dass sie gespielt wurden.

    Die GEMA-Abgaben der Veranstalter landen also zu 100% bei Personen, die nicht zu unserem Musikgenre beitragen. Bei wem sie genau landen, ist ein anderes Thema, das ich hier nicht diskutieren möchte. Fakt ist: Die GEMA zieht Geld von Veranstaltungen ein, auf denen kaum GEMA-Repertoire gespielt wird, und verteilt es unter den GEMA-Mitgliedern. Das war jetzt sachlich formuliert, eine Tatsachenbeschreibung. Man könnte aber auch sagen: Die GEMA lässt uns, Nischen-Musiker, blechen, um die eigenen Mitglieder, die nichts zu unserem Genre beitragen, zu bereichern.

    Das ist ein VERBRECHEN an unserer Musik.

    Ich behaupte nicht, dass dieses Verbrechen die Absicht der GEMA ist. Nein, bei allem Pathos und bei all meiner Antipathie der GEMA gegenüber, das glaube ich nicht. Aber: Sie nimmt es als Nebenwirkung bewusst in Kauf. Es muss aber die Pflicht des monopolistischen Rechtewahrnehmers GEMA sein, auch die Existenz von Nischenmusik wie die unsere zu schützen. Diese Pflicht nimmt sie einfach definitiv nicht wahr.

    Und jetzt behaupte ich einfach mal, zugegebenermaßen ohne es mit Fakten belegen zu können, vollkommen aus dem Bauch heraus (mein Bauchgefühl liegt bei solchen Dingen aber selten komplett daneben): Das ganze, was ich hier lang und breit beschrieben habe, ist den Entscheidungsträgern der GEMA nur eines. Nämlich: scheiß-e-gal.

    • Das Problem ist, dass die Betroffenen ihre Interessenvertreter nicht dazu bringen, mit der GEMA zu verhandeln. Die GEMA kann nur dann auf bestimmte Bedürfnisse eingehen, wenn sie ihr dargelegt werden und man praktikabel darauf eingehen kann.
      Wie gut das geht, hat die Einigung mit dem BDK gezeigt. Man muss eben nur verhandeln wollen und DEHOGA & Co haben halt erstmal einseitig die Verhandlungen abgebrochen, und die GEMA so in Zugzwang gebracht.

      Solange es keine zuverlässigen Methoden gibt, alle gespielten Werke zu erfassen, wird es keine 100%ige Gerechtigkeit geben können. Die GEMA betont ja immer wieder, dass sie am liebsten werkgenau abrechnen würde, aber alle bisherigen Versuche mit neuer Technik komplette Setlists automatisch zu erfassen, sind bisher mehr als unbefriedigend.

      Übrigens wollen wahrscheinlich auch die meisten Urheber gemafreier Musik gerne entlohnt werden, wenn mit ihrer Musik viel Geld verdient wird.

  36. Also mich als Veranstalter und Clubbetreiber trifft die Reform deutlich.

    Während ich bisher pro Monat gerundete 500,-€ an Gema zahle, wird sich mein Beitrag im kommenden Jahr auf ca 1800 € erhöhen. Das Problem beginnt damit, das ich an “nur” durchschnittlich 8 Tagen im Monat geöffnet habe, eine Gastraumfläche von “nur” 130 m² habe und durchschnittlich auch “nur” 80 – 140 Gäste habe. Das hängt damit zusammen, dass ich meine Musik per Laptop abspiele und länger als 5h geöffnet habe.

    Was hier nämlich völlig vergessen wird, sind die letzten 2 Punkte, nämlich die Aufschläge.

    Die GEMA schiesst sich und den von Ihnen vertretenen Urhebern ins Bein.
    Die Urheber die mir jeden Monat an die 80 CDs und Files an neuer Musik zukommen lassen, damit ich diese in meinem Club spiele (Werbung, Verkaufsförderung) und Ihnen auch Rückmeldung gebe, wie das Publikum reagiert (Bewertungsbogen), woraufhin diese nämlich dann Ihren Werbeetat festlegen und die generelle Vermarktung.

    Entfällt dies, wird die GEMA nochmal deutlich weniger Einnahmen zur Gewinnausschütung erzielen, grade im Bereich Alternative / Subkultur. Weil solche Musik nicht im Radio oder Fernsehen gespielt wird.

    Schlussendlich habe ich jetzt die Konsequenz gezogen und ziehe mich nun nach 20 Jahren aus dem Nacht und Musikleben zurück.

    Denn diese Erhöhung, nimmt mir genau den Teil der Einnahmen, der als Gewinn und somit für mich zum Leben übrig gewesen wäre.

    • Mal überspitzt formuliert: Und sie haben kein schlechtes Gewissen dabei, dass andere Veranstalter bisher das schultern mussten, was sie “zu wenig” an die GEMA zahlen?

      Um bei Ihren Zahlen zu bleiben:

      Sie zahlen aktuell 500€ an die GEMA, also 62,50 pro Veranstaltung. Ein anderer Veranstalter, der nicht vom Discotarif profitiert, zahlt hingegen aktuell 151,51€ ohne Zuschläge. Mit dem neuen Tarif wären es 150€ netto für beide (mit 5-Stunden-Zuschlag). Bei 80 Gästen als Minimum dann etwa 1€, den sie pro Gast mehr umsetzen müssten. Hinzu kommt der mögliche Gesamtvertragsnachlass als Rabatt (20%, also für Sie konkret 30€, womit es dann nur noch 120€ wären). Wenn die 5-Stunden-Regelung nicht kommen sollte – wovon man ausgehen kann, da die GEMA ja schon in den Verhandlungen angeboten hat, darauf verzichten zu können – lägen beide bei 100€ netto. Bei den 80 Gästen wären das dann 0,46€ pro Besucher an Mehrkosten. Selbst wenn jeder Gast nur 2 Getränke konsumieren würde, könnte man das mit einem moderaten Aufschlag auf die Getränkepreise von 25 Cent wieder reinholen.

      Ich frage mich in dieser Diskussion immer wieder – und das beziehe ich jetzt nicht auf Sie, sondern allgemein – , warum anstatt mit der GEMA zu verhandeln und die eigenen Bedenken und Besonderheiten einer gewissen Szene auf den Tisch zu legen, damit man zu einer Einigung kommen kann, lieber polemisch gehetzt wird. Meinen manche denn wirklich, sie würden bessere Konditionen bekommen, wenn sie den Verhandlungspartner vorher öffentlich diskreditiert und beleidigt haben? Wieviel Rabatt würde einem denn ein Autoverkäufer einräumen, den man vorher als Parasiten, Gesindel oder Verbrecher bezeichnet hat?

  37. Oh und als Anmerkung, der pro Kopfverzehr in regulären Clubs beläuft sich in der Regel durchschnittlich bei 10,-€. Ohne Wareneinsatz, ohne Steuern, ohne Anteile an jeglichen Kosten.

    Unterm Strich bleibt auf 10,- € Umsatz nämlich mal grade 0,90- € Über

    • Und was kann die GEMA dafür, dass in der Clubszene die Leute zwar die ganze Nacht feiern, aber nur für 10€ konsumieren? Das sieht aus, als hätte die Szene ganz andere Probleme, als die GEMA.
      Und wenn von 10€ Umsatz nichtmal 10% Gewinn übrig bleiben, dann ist es höchste Zeit, die eigenen Kalkulationen zu hinterfragen.
      In meinen Augen stützt Ihre Aussage eher die Behauptung, dass die Clubszene gerne alles für lau haben möchte. Bei ~3€ die man hier in Köln für ein Getränk in Clubs und Discotheken zahlt, wären besagte 10€ gerade mal 3 Getränke. Wie kommt man damit über 5 Stunden oder mehr?

  38. Um Ihr kleines Schaubild jetzt also einmal aufzuschlüsseln:

    Veranstaltung: 130 m² Gastraumfläche
    Besucher : 150
    Eintritt: : 5€
    PKV: 10€
    Einnahmen Gesamt: 2250€

    Umsatzsteuer: 440€
    Vergnügungsteuer: 70€
    Wareneinsatz: 450€
    Anteil Pacht: 350€
    Anteil Strom: 80€
    Anteil NK + Versciherung: 40€
    Personalkosten inkl. Sozialabgaben und KVL: 600€
    Anteil Gema und GVL bisher: 60€
    Ausgaben Gesamt: 2090 €

    Reingewinn: 160,-€

    Nicht enthalten sind hier Wartungskosten, Glasbruch, Neunanschaffungen, Kreditrückzahlungen und andere “Kleinigkeiten”

    • Danke für die Zahlen, aber vergessen Sie dabei, dass auch die Urheber Steuern auf ihre Einnahmen zahlen und ebenso ihre laufenden Kosten decken müssen.
      Zudem hat die GEMA keinerlei Einfluss, auf die unternehmerischen Aspekte und Kosten einer Unternehmung.

      Es ist nunmal die Aufgabe des Unternehmers, seine Unternehmung profitabel zu gestalten und nicht die der Zulieferer. Wenn mein Geschäftsmodell nur 160€ Reingewinn pro Abend erwirtschaftet, was ja bei 16 Veranstaltungen im Monat auch immerhin 2560€ sind, dann wäre es angebracht, das eigene Geschäftsmodell und die Kalkulationen zu hinterfragen, anstatt der GEMA, die ja lt. dieser Rechnung nur 2,9% der Gesamtausgaben ausmacht, den schwarzen Peter zuzuschieben. Allerdings bietet im Gegensatz zu anderen Zulieferen die GEMA eine Härtefallregelung an.

      Übrigens sind die GEMA-Kosten bei Musikveranstaltungen nichts anderes als ein Wareneinsatz, denn ohne die Ware Musik gibt es nunmal keine Musikveranstaltung.

  39. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Server IP]
    [...] sich nach Jahren immer noch in heftigsten Debatten mitten im Urheberrechtsstreit befindet und dank GEMA, Diskothekenbesitzern und Streamingdiensten sich gegenseitig kannibalisiert, sind auch qualitativ deutliche Auswirkungen [...]

  40. [...] try {Histats.start(1,1591082,4,0,0,0,""); Histats.track_hits();} catch(err){}; http://www.mtmediaportal.de/die-neuen-gema-tarife-2013-oder-heute-schon-gejammert/ Tags:  2013, clubs, disco, DPMA, gema, Komponist, schiedsverfahren, streit, Tarife, [...]

  41. [...] Jahr angekündigt, der gerade deshalb angegriffen worden ist, weil er die Last stärker als bisher gewerblichen Nutzern wie Clubs und Diskotheken auferlegt, also gerade nicht bei kleinen Festen ins Kontor schlagen soll. Zahlen? Bitte: Wenn [...]

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